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Titel:

Warum ich Bolivien als Entwicklungsland einstufen würde


  Note: 1   Klasse: 10









Arbeit: Allgemeine Daten:

Bolivien liegt im Herzen Südamerikas und befindet sich zwischen 57ºund 69º westlicher Länge und 9º und 23° südlicher Breite. Es hat keinen Zugang zum Meer. Das Land bedeckt eine Fläche von 1.098.581 Quadratkilometern, ist also dreimal so groß wie Deutschland. Im Norden grenzt das Land an Peru, im Osten an Brasilien, im Süden an Argentinien, Im Südosten an Paraguay und im Südwesten an Chile.

Klima

Das Staatsgebiet Boliviens ist am Äquator gelegen, woraus sich eine beachtliche klimatische Vielfalt ergibt. Aufgrund dieser Vielfalt kommt es innerhalb des Staatsgebietes zu beträchtlichen Temperaturunterschieden auf demselben Längengrad. Während beispielsweise in Charana um 8.00 Uhr morgens eine Temperatur von -3 ºC herrscht, können in Puerto Suares um die gleiche Zeit 24 ºC registriert werden.Insgesamt gibt es vier verschiedene Klimaregionen: die Tropische, die Subtropische, die Gemäßigte und die Kalte. Zwei Drittel Boliviens weisen vorwiegend tropisches Klima auf, so wie es sich im Osten des Landes zeigt, jedoch ergeben sich aufgrund der Höhe auch hier beträchtliche Klimaschwankungen..

Geographie

Drei Viertel der Bevölkerung leben im Gebiet von Altiplano, der Hochebene zwischen den beiden Andenketten im Westen des Landes. In den Ostkordilleren an der Grenze zu Chile befinden sich mehrere aktive Vulkane. Die Cordillera Oriental hingegen sind dicht bewaldet. am nördlichen Ende der Altiplano liegt der Titicacasee. der südliche Teil ist eine dürre Steppen- und Waldlandschaft mit verstreuten Salztonebenen. Im Nordosten fallen die Cordillera Oriental steil über die Klippen und Nebelwälder der Yungas zur Tiefebene Oriente im Norden und Osten des Landes ab. Das tropische Klima ist regional unterschiedlich. Während der Regenzeit fallen in den Regenwäldern im Norden der Oriente hohe Niederschläge, um den Titicacasee sind sie geringer und im Süden des Landes regnet es kaum. Hieran sieht man, dass Landwirtschaft, durch die ungünstigen Verhältnisse schlecht möglich ist und die Menschen der Landbevölkerung sich hauptsächlich durch ihre Tätigkeit al Jäger und Sammler ernährt. Natürlich ist auch dies ein wichtiger Grund, um Bolivien als Entwicklungsland einzuordnen.

Bevölkerung

Die Bevölkerung des Landes umfasst ca. 8 000 000 Einwohner, von denen ungefähr 57 % in den Städten und 43 % auf dem Land leben. Die Bevölkerungsdichte liegt durchschnittlich bei 6,8 Menschen pro km2 (zum Vergleich in Deutschland bei 225 pro km2 ). Dies ist durch die risigen Regenwaldflächen zu erklären,auf denen kaum Menschen Leben können Die größte Stadt in Bolivien ist La Paz ( 1,5 Mio. Einwohner), Santa Cruz die zweitgrößte mit 1,2 Mio. Einwohnern.

Sprachen

Die Verkehrssprache in Bolivien ist Spanisch. Außerdem werden zwei indianische Sprachen, Aymara (ca. 1,5 Millionen der Einwohner) und Quechua (ca. 2 Millionen der Einwohner), gesprochen. Zudem gibt es besonders im tropischen Tiefland circa 30 verschiedene ethnische Gruppen(z.B. Ayoreo, Arauak, Chiquitano, Chiriguano, Chimane, Yuracaré, Mojo), die ihre eigenen Sprachen sprechen, von denen das Guaraní die größte Anzahl an Sprechern aufweist.

Bildung

Gemäß der Verfassung besteht in Bolivien Schulpflicht mit öffentlichen und privaten Trägern. 1994 wurde durch eine Reform des Bildungswesens die zweisprachige Erziehung eingeführt.

Religion

In Bolivien herrscht Religionsfreiheit. 80 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 10 % evangelisch und 10 % gehören anderen Religionen an. Durch die Einflüsse der ursprünglichen Religionen auf da Christentum haben sich interessante Synkretismen entwickelt.

Währung

Die offizielle Währung ist der "Boliviano". (1 Boliviano=100 Centavos und
1Boliviano=0.34DM Stand: 05.99)

Politisches System und Geschichte:

Regierung

Bolivien ist eine präsidentiale Republik mit dreifacher Gewaltenteilung. Die Exekutive wird vom Präsidenten und seinen Ministern geleitet. Der Präsident wir durch direkte und allgemeine Wahl für eine Amtszeit von fünf Jahren von allen Staatsbürgern über 18 Jahren gewählt. Die Legislative besteht aus zwei Kammern, dem Abgeordnetenhaus mit 130 Sitzen und dem Senat mit 27 Sitzen. Die Mitglieder dieser Kammern werden ebenfalls in allgemeinen Wahlen für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Das höchste Organ der Jurisdiktion ist der Oberste Gerichtshof. Er besteht aus zwölf Mitgliedern, die für einen Zeitraum von 10 Jahren vom Abgeordnetenhaus gewählt werden.
Dieses in der Theorie moderne System spricht eigentlich gegen die Einordnung als Entwicklungsland. Jedoch kann ich mir kaum vorstellen, dass dies in der Praxis auch so gut funktioniert, wie es soll: Ein Beleg hierfür ist ein Bericht der Menschenrechtsorganisation amnesty international aus dem Jahr 1997. Hier wurden wiederholte Menschenrechtsverletzungen, Misshandlungen, Korruption und Verfolgungen bzw. Inhaftierungen politischer Gegner bemängelt.
Außerdem wechselten die politischen Systeme nach der Unabhängigkeit vom Kolonialherren Spanien (1825) ständig. Diese politische Instabilität war natürlich für die Entwicklung des sehr schädlich. Immer wieder kamen destruktive Militärdiktaturen; z.B. durch Oberst Banzer (1971-78) an die Macht und beuteten das Land aus. Erst seit Mitte der 80er Jahre kann man von einem einigermaßen demokratischen Land sprechen.

Politische Aufteilung des Landes

Politisch ist Bolivien in Departments unterteilt. Die politische Autorität eines jeden Departements ist der Präfekt, der Stellvertreter der Exekutivgewalt. Die Departements sind in Provinzen unterteilt, die sich ihrerseits in Kantone gliedern. Die Provinzen werden vom Subpräfekten geleitet, die Kantone von Ortautoritäten wie dem "Corregidor", dem "Jilakata" und anderen untergeordneten Amtsträgern. Im gesamten Staatsgebiet gibt es 305 Kommunen

Landschaften

Bolivien liegt auf der südlichen Erdhalbkugel und ist neben Paraguay der zweite Binnenstaat des südamerikanischen Kontinents, was natürlich infrastrukturelle Nachteile bringt, die für die Entwicklung des Landes von Nachteil sind. Das Land ist ca. 1,1 Mio. Quadratkilometer groß. In Bolivien existieren 32 verschiedene ökologische Regionen. Es gibt jedoch zwei geographische Hauptregionen: Das Andenhochland durchzieht Bolivien im Südwesten, während das Tiefland den Norden und Osten Boliviens prägt. Zwischen den Ost- und Westkordilleren (Falten und Kettengebirge des Amerikanischen Kontinents) der Anden erstreckt sich der Altiplano, eine der größten Hochebenen der Erde. Die Cordillera Real, der schönste Teil der Ostkordillere, erreicht in der Gegend des Titicacasees und der Stadt La Paz Höhen von über 6000 Metern. Bolivien und Peru teilen sich gemeinsam den Titicacasee. Das amazonische Tiefland liegt nördlich der Königskordillere und beeindruckt durch eine Vielfalt an Flora und Fauna, die in neun Nationalparks und elf Naturreservaten besonders geschützt wird. Eine Übergangszone zwischen Hoch- und Tiefland sind die semitropischen Täler und die Yungas von La Paz. Die Ökosysteme in Bolivien variieren entsprechend ihrer Höhe sowie der Lage zu den drei Wassersystemen des Landes: dem Titicacasee, dem Flusssystem des Rio de la Plata und dem Amazonasbecken. Die beiden letzteren Regionen machen 70% des tropischen Tieflandes aus.


Die bolivianische Küche

Auffallend ist die zwar reichhaltige, aber auch ärmliche Nahrung der Bevölkerung:
verschiedene Kartoffelarten, Quinua (eine Getreidesorte), Suppen, wie zum Beispiel die typische Erdnussbuttersuppe mit Mais, geschmolzenem Käse und Bohnen, "chairo", eine Suppe mit Fleischstückchen, getrockneten Kartoffeln und Bohnen sowie die verschiedenen Getreidesuppen, Salteña (Fleisch, Kartoffeln, scharfe Soße und Paprika in Teig gebacken)., "Chuño" (getrocknete Kartoffeln, in Chairo-Suppe gekocht)

Erwerbsfelder:

Die Werktätigen arbeiten zu 54,2% im Dienstleistungs- Sektor, wobei der Tourismus eine große Rolle spielt. Ein Beispiel hiefür ist der sogenannte Ethno-Öko-Tourismus

Ethno-Öko-Tourismus

Das Vizeministerium für Tourismus von Bolivien hat sich die Förderung des ethnoökologischen Tourismus zum Hauptziel gesetzt. Diese Art von Tourismus
soll eine alternative für die eigenständige Entwicklung von Gebieten des Landes sein, die landwirtschaftliche und kulturelle Attraktionen besitzen. Um dies zu
verwirklichen, sollen die in diesem Gebiet lebenden indigenen Völker in die Organisation und Durchführung des Tourismus integriert werden. Mit ihrer Mithilfe
sollen die Nationalparks, Naturschutzgebiete und kulturellen Schätze geschützt und gepflegt werden.

Weiterhin sind 28,8% der Beschäftigten in der Industrie und 17% in der Landwirtschaft tätig




Weitere Gründe für die Einordnung Boliviens als Entwicklungsland:

Der Andenstaat Bolivien gilt als das ärmste Land Südamerikas. Mehr als die umliegenden Staaten ist das Land indianisch geprägt (60% der Einwohner sind Nachkommen der vorkolumbianischen Bevölkerung). Vor mehr als 100 Jahren verlor Bolivien seinen Zugang zum Pazifik an Chile und hat heute lediglich durch Pacht eine Freihandelszone zum peruanischen Hafen Ilo. Durch den Verfall des Zinnpreises auf dem Weltmarkt waren die Zinnmienen nicht mehr rentabel und mussten geschlossen werden. Bolivien hat zwar noch viel mehr reichhaltige Recourcen, kann sich aber auf dem Weltmarkt nicht behaupten, weil die Transportkosten zu teuer sind. Hauptfördergüter sind Kupfer, Erdöl und Stahlveredler.
Einen großen Industriezweig stellt auch die Textilindustrie dar, die aber durch den Preisverfall, der auch bei den textilen Waren in den letzten Jahren zugenommen hat, drastische Exportrückgänge zu vermelden hat. Ca 30% des Volkseinkommens wandern in die Schuldentilgung. Das Land verfügt über eine reiche kulturelle Tradition, aber seine geographische Lage erschwert die wirtschaftliche Entwicklung.

Wirtschaft, Verkehr:

Die wichtigsten landwirtschaftlichen Gebiete liegen um den Titicacasee und in den Talbecken des Ostbolivianischen Berglandes. Angebaut werden Kartoffeln, Mais, Bohnen, Obst, Kakao, Kaffee und Bananen. Nach Schätzungen nimmt der illegale Anbau von Kokasträuchern rd. 70 % der Nutzfläche ein. Im Hochland werden Schafe, Rinder, Schweine, Lamas und Alpakas gehalten. Reiche Bodenschätze; bedeutender Zinnbergbau, Erdöl und Erdgas werden im Tiefland gefördert. Neben Erdölraffinerien und der schon erwähnten Textilindustrie gibt es Nahrungsmittel-, Textil-, Holz-, Papier- und chemische Industrie. Das Schienennetz ist 3 642 km lang und verbindet Bolivien mit den chilenischen Häfen Arica und Antofagasta sowie von Sucre aus mit dem argentinischen Eisenbahnnetz. Die Länge des Straßennetzes beträgt 41 000 km. Internationaler Flugplätze sind La Paz und Santa
Cruz.

Weiterhin sprechen für die Einordnung als Entwicklungsland:

- das niedrige Bsp/Kopf von 830 $ (US)
- eine überdurchschnittliche Geburtenrate von 33,5/1000 Menschen
- ein Bevölkerungswachstum von 2,4%
- eine Kindersterblichkeit von 6,6%
- eine Analphabetenquote von 37%
- eine Inflationsrate von 4,4%
-und eine Quote von 2564 Einwohnern /Arzt

Ein Faktor, den man zwar nicht so sehr gewichten kann spricht dennoch gegen Bolivien als Entwicklungsland: Die sehr geringe Arbeitslosigkeit von 4,4%.

Auch eher untypisch für ein Entwicklungsland ist die Gesamtgröße der Armee, welche 33,500 Soldaten beträgt(Heer 74,6%, Marine 13,4%, Luftwaffe 12,0%), was an der Landesgröße gemessen doch eher sehr wenig ist

Von den Staaten Südamerikas ist Bolivien eines der ärmeren. Dort ist die Wirtschaft rückständiger und unterentwickelter als in den Nachbarländern, die Menschen sind ärmer, die medizinische Versorgung und die sanitären Verhältnisse sind vielfach schlimmer. Vor allem die Indianer in den abgelegenen Hochtälern der Anden führen ein erbärmliches Leben. Im Departement Cochabamba zum Beispiel gibt es keine Straßen, jedes vierte Kind stirbt, ehe es 5 Jahre alt wird (weshalb die Eltern ihrem Nachwuchs oft erst jenseits der heiklen Altersgrenze einen Namen geben). Während der 173 Jahre seit der Unabhängigkeit verbrauchte das Land fast 200 Regierungen bzw. Militärdiktaturen. Eine Reihe verlorener Kriege hat das Land systematisch verkleinert und wichtiger Gebiete beraubt: Im Salpeterkrieg (1879 - 1883) zwischen Chile, Bolivien und Peru verlor Bolivien nicht nur wichtige Rohstofffelder, sondern mit Antofagasta, das an Chile abgetreten werden musste, auch den Zugang zum Pazifik; 1903 wurde die Acre-Provinz Brasilien überlassen; im Chaco-Krieg (1932 - 1935) schließlich ging das Chaco-Borela-Gebiet an Paraguay. Die Erdöl- und Erdgasfelder im Süden blieben dem Land aber wenigstens erhalten.Weiterhin ist es bisher nicht gelungen Krankheiten wie Gelbfieber, Tollwut, Hepatitis A, Hepatitis B oder Malaria:
einzudämmen. Es besteht eine hohe finanzielle Abhängigkeit von den Industriestaaten, (insbesondere von den USA)

Trotz einiger sehr geringer Zweifel würde ich Bolivien ohne zu zögern als Entwicklungsland einstufen.












Quelle:




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