Werkerschließung George Grosz Die Stützen der Gesellschaft - schulnote.de 
Akzeptieren

Unsere Webseite nutzt Cookies. Wenn Sie auf dieser Webseite bleiben, nehmen wir an, dass Sie damit einverstanden sind. Sie können unsere Cookies löschen. Wie das geht, erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung. Mehr erfahren



Impressum | Datenschutzerklärung Startseite








Titel:

Werkerschließung George Grosz Die Stützen der Gesellschaft


  Note: 1   Klasse: 11









Arbeit:

WERKERSCHLIEßUNG



1.Technische Daten:

Georg Grosz ; Die Stützen der Gesellschaft,
1926, Ölbild 200x108 cm , Nationalgalerie in
Berlin
→ Kurzbiographie:
George Grosz (* 26 Juli 1893 als Georg Ehrenfried Groß in Berlin; † 6 Juli 1959 )
- deutsch-amerikanischer Maler, Grafiker und Karikaturist
- als Sohn eines Gastwirts
- 1898 Umzug der Familie nach Stolp in Pommern
- 1900 Tod des Vaters, er zog mit Mutter für kurze Zeit nach Berlin zurück, bereits 1902 Rückkehr nach Stolp
- Grosz besucht bis 1908 die Oberrealschule;Kunstlehrer erkennt sein Talent und fördert ihn
- ging 1912 nach Berlin (Zentrum der fortschrittlichen Kunst und Kultur ),studierte an der Kunstgewerbeschule mit einem Staatsstipendium
- Frühjahr 1913 : zum ersten Mal für acht Monate in Paris (Unterricht im Aktzeichnen)
- 1.Weltkrieg als kriegsfreiwilliger Infanterist ; Mai 1915 als dienstuntauglich entlassen
-1916 änderte seinen Namen in George Grosz, da er als strikter Kriegsgegner keinen deutschen Namen mehr tragen wollte; wählte englischen Namen aufgrund seiner Amerika-Begeisterung
-1917:Teilnahme an DADA-Gündung (siehe unten)
-1918:Novemberrevolution
-trat 1918 der KPD bei,verließ sie jedoch 1922 nach einem Aufenthalt in der Sowjetunion,bei dem er Lenin und Trotzki kennen lernte wieder,da er jede Form der Diktatur und die ökonomischen Bedingungen für die breiten Massen des Volkes ablehnte
-Konflikte mit der Justiz,aufgrund seiner Gemälde (u.a. wegen Beleidigung der Reichswehr und Gotteslästerung)
-war viel auf Reisen (u.a. 1922 Russland,1924-1927 mehrere Aufenthalte in Frankreich)
-1932:Lehrauftrag für die New Yorker Art Students League
-1933:emigriert in die USA; nur noch wenige anerkannte Werke; Spätwerke zunehmend dekorativer und unpolitischer
-1946 wird seine Autobiographie A little yes,and a big no veröffentlich
-1959:Rückkehr nach Deutschland; wo er im Juli nach einem Treppensturz in Folge von Trunkenheit starb

Dada Bewegung:
– Ursprung der Dada-Bewegung 1916 in Zürich ( Versammlungsort für politische Emigranten,Heimatlose..)
– Ursprünge des Dadaismus : modern futuristisch, Berliner Ausprägung: anarchistisch-nihilistisch
– Schlagwort : Dada ist sinnlos
– stellte die gesamte bisherige Kunst in Frage, ersetzen der Abstraktion und Schönheit durch satirische Überspitzung zu reinen Unsinnsansammlungen machte, z.B. in sinnfreien Lautgedichten
– Ablehnung „konventioneller“ Kunst bzw. Kunstformen
– Dada-Zeitschrift Beleidigung bestimmte politische Persönlichkeiten
– Impulse gingen auf die Kunst der Moderne bis hin zur heutigen Zeitgenössischen Kunst

2.Beschreibung und Analyse:
Form:
• Motiv:Vordergrund:3 Männer;
1. Mann vorne, besitzt keine Ohren, Schmiss an der Wange (Narbe),Schädeldecke abgeschnitten,aus dem geöffneten Schädel einspringt ein Paragraphengwirr,Couleurband mit befestigtem Hakenkreuz, hält in einer Hand einen Degen,in der anderen ein Bierkrug
2. Mann rechts,Großbürgerlicher Herr rechts dahinter; geöffneter Schädel,an der Stelle des Gehirns dampfender Kothaufen,Fahne mit den Farben des untergegangenen Kaiserreichs (Schwarz,Weiß,Rot), an Jacke Schild mit Aufschrift Sozialismus ist Arbeit
3. Mann links,trägt einen Nachttopf wie Stahlhelm auf dem Kopf (Eisernes Kreuz eingraviert), Zeitungen, Bleistift (Journalist) und blutverschmierter Palmwedel
Mittelgrund: Geislicher predigt mit gerötetem Gesicht und ausgebreiteten Armen ins „Leere“,
geöffnetes Fenster,durch das man Flammen sehen kann
Hintergrund: Soldat mit Degen;Soldaten

• Darstellungsweise: geometrisiert
Farbe:
-Farbtöne: Hintergrund ist dunkel gehalten (tot, düster wie die äußere Umgebung; Krieg),fast ausschließlich kühle Farben
Vordergrund: die Gesichter der Personen sind auffallend hell (leichenblass, kalt), strahlen aber trotz der roten Wangen keine Wärme aus ( zu starken Kontrast ) Kühle Farben: Mäntel: braun , schwarz; warme Farben: Gesichter, Tisch, Nachttopf
Farbsymbolik: Dunkler Hintergrund, die dunkle(schwarz/braun) Kleidung : Krieg, dunkle Stimmung, Tod, Leid ; Rote Flammen: Blut, Leiden
Farbkontraste: Komplementärkontrast: grüne Palmwedel >< rotes Blut ; blaue Krawatte > -Hell-Dunkel: Lichtquelle unten -> Tisch, Gesichter, Zeitungen, Farbkontraste: der Hintergrund und die einzelnen Personen, besonders der Nachttopf zur schwarzen Kleidung des Geistlichen, Farbenspiele in diesem Bild kaum vorhanden, farbliche Eintönigkeit: die Kleidung der Personen, braune, erdfarbene, eintönige, emotionslose, sachliche und strenge Kleider ( welche sauber sind und eine gewisse Distanz zum arbeitenden Volk herausstellen)
-Farbauftrag: lockerer und vielfältiger Auftrag oft mit sichtbarem Duktus; Treffsicherheit der Linien -> Farbe erscheint unauffällig; bestehende Grundierung

Raum:
• Tisch am unteren Bildrand soll einen Raum vortäuschen, Gleichzeitigkeit vieler Aktionen (nimmt Einflüsse aus Kubismus und Futurismus auf )
• Bildraum: Personen überschneiden sich und füllen den gesamten Raum aus (ähnlich einer Collage), verschiedene räumliche Ebenen
• Raumillusionsgrad: ohne Bezug zueinander in verschiedenen räumlichen Ebenen ; Tiefenräumlichkeit fehlt
• Betrachterbezug: Bild wirkt übervoll , löst beim Betrachter Hektik ,Wahrnehmung der Zerrissenheit der damaligen Welt aber auch Gleichartigkeit und inneren Zusammenhang der Ereignisse aus
• Betrachterstandort: unterschiedliche Betrachtungspunkte (direkter Ausdruck einer Welt in der die einheitliche Wahrnehmung verloren gegangen ist)


Ebene (Bildfläche):

• Motivverteilung: in verschiedenen räumlichen Ebenen: Personen stehen völlig ohne Bezug zueinander; scharfe Binnenkonturen; geometrisiert; Trapeze und abgeschnittene Rechteckformen > flächenverspannendes Netz; Schrägen
• Richtungen: Personen überschneiden sich, füllen gesamten Bildraum -> Hektik, Zerrissenheit




3.Hintergrundinformationen
• Entstehungskontext: Grosz ließ sich von Henrik Ibsens Drama „Die Stützen der Gesellschaft“ inspirieren; nicht nur in Titel; Drama markierte neue Phase für das Theater
• im Geist des Humanismus erzogen
• strikter Kriegsgegner ; „Krieg war für mich Grauen, Verstümmelung und Vernichtung.
• Nach dem Krieg : ging nach Berlin und stürzte sich ins wilde Leben ;politisiert , KPD Beteiligung am Kampf für die Freiheit; neues politisches Bewusstsein
• Neue Sachlichkeit: nachexpressionistische Kunst; sozialkritische Bildthemen → Verismus; Bezeichnung einer Hauptströmung der Neuen Sachlichkeit; auf verschiedene Künstler der Weimarer Republik angewandt, die sich der Untersuchung und Abbildung einer neuen sozialen Wirklichkeit verschrieben hatten; scharf überzeichneter Realismus mit sozialkritischen Themen; wird zeitlich vom Ende des Ersten Weltkrieges 1918 und der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 begrenzt



4.Interpretationen
1.Die erste Interpretation ist eine „eiskalte Analyse“ .
• oberer Bildstreifen , Bürgerkrieg,wie seit 1919 in der Weimarer Republik üblich; Rechtsextremisten ↔ Die Linken ; grinsend-fletschenden Soldaten die waffenstarrend nach links oder recht gehen, auch politisch Links oder Rechts)
• Ein Zivilistenkopf ,mit gelber Leichenfarbe dargestellt; bewegt sich als Mitläufer mit den Soldaten nach rechts
• Der massige Kerl hebt in beschwörender Geste die Hände dorthin wo das brennende Viertel der linke Gegner zu vermuten ist; schwarzer Talar lassen ihn als geistlichen, aber auch als Richter erscheinen (Recht und Moral werden verdreht)
• Die Gestalt rechts darunter trägt die Worte „Sozialismus ist Arbeit“ vor sich her (Parole der Sozaildemokraten). Das Gesicht zeigt Ähnlichkeit mit dem des sozialdemokratischen Reichspräsidenten Ebert, sein linker Arm lehnt auf dem Portikus des Berliner Reichstags, Faust umklammert die schwarz-weiß-rote Fahne der Republik-Gegner.; Schädeldecke ist aufgeschnitten,statt Gehirn → Kothaufen ,Intelligenz
• geöffneter Kopf des Bürgers im Vordergrund , Paragrafen, dagegen tapfer anreitender Kavalieroffizier , sein Degen wird oben im blutbeschmierten Degen wiederholt; Der arrivierte Spießer = die Basis der herrschenden Klasse, Lebensäußerung = Hass, Stoßrichtung die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten


2. Die vorderste Person gehört einer schlagenden Verbindung an. Hinweise dafür sind der Säbel und die Narben in seinem Gesicht, das Hakenkreuz an seiner Krawatte weist auf eine Mitgliedschaft in einer nationalsozialistischen Partei hin. Der berittene Soldat, der seinem Kopf entspringt, ist ein Zeichen für Eroberung. Der Nachttopf auf dem Kopf des dahinterstehenden Mannes ist ein typisches Merkmal der Neuen Sachlichkeit (• Darstellung von Gegenständen), der Palmzweig in seiner linken Hand ist ein Friedenssymbol, das, wenn man die Hetzartikel der Zeitungen unter seinem Arm, die ihn im Zusammenhang mit dem Stift in seiner rechten Hand als Angehörigen der Presse verraten, betrachtet, reine Heuchelei ist.
Der versetzt rechts dahinter stehende Mann ist vermutlich Kapitalist - Hinweis dafür ist das Schild mit der Aufschrift ,,Sozialismus ist Arbeit". Mit dem Haufen Kot in seinem Schädel bringt der Künstler die Intelligenz der Kapitalisten allgemein zum Ausdruck.
Der eine Ebene zurück mittig stehende Geistliche hat sein gerötetes Gesicht vermutlich dem Alkohol zu verdanken. Die Flammen, die im Fenster sichtbar sind, sind ein Zeichen für die Hölle, die eine Metapher für den Krieg und die kapitalistische Welt draußen darstellt, die symbolisch von dem mit ausgebreiteten Armen dastehenden Geistlichen gesegnet zu werden scheinen.
Die Soldaten am oberen Bildrand weisen ebenfalls auf die politische Situation hin. Der vordere mit dem blutverschmierten Degen in der Hand ist vermutlich ein Offizier oder zumindest der ranghöchste Soldat dieser Gruppe.










Quelle: Material von der Lehrerin bekommen




ähnliche Referate Werkerschließung-George-Grosz-Die-Stützen-der-Gesellschaft



Hier könnt Ihr die DRUCKANSICHT für das Referat öffnen




Tipp:







(c) schulnote.de 2004-2018

MEDIADATEN --- Besucher seit dem 01.09.2006
gesamt: 6909435 - heute: 319 - gestern: 1038 - online: 7 - Rekord online: 340 - Rekord Tag: 2801


ID: 506      Aufrufe seit dem 02.08.2011: 23993