Titel: Gottfried Keller Kinderverbrechen Aufsatz

Gottfried Keller: ‘Kinderverbrechen’


Heinrich wird in Gottfried Kellers ‘Kinderverbrechen’ von einer fremden Frau beobachtet, als er Fluchwörter benützt. Die Frau rennt dann gleich in die Schule und erzählt es den Lehrern. Die Lehrer stellen den noch jungen, unerfahrenen Jungen zur Rede. Um sich aus der Sache herauszureden, erzählt Heinrich eine Lügengeschichte, die anfangs noch harmlosest, sich aber dann ins grobe entwickelt. Er habe diese Fluchwörter von Knaben aus den oberen Klassen, die ihn an einen Baum fesselten, als er solche Worte nicht aussprechen mochte. Er erfand immer mehr Lügengeschichten. Die Lehrer glaubten ihm soweit alles.
Sein Lehrer und der Pfarrer nehmen ihren Beruf ernst, jedoch üben sie ihn teils falsch aus. Sie sind viel zu leichtgläubig. Sie müssten die Geschichte Heinrichs diskutieren. Sie müssten sich auch die Aussagen der vier Knaben anhören, die Heinrich angeblich in den Wald verschleppt hatten. Heinrichs Geschichte ist ein Kindermärchen. Der Lehrer und der Pfarrer hätten dies merken sollen. Gegenüber dem Lehrer fühlte sich Heinrich bedrängt. Er wollte seiner Schuld entwischen und brachte für das ein Opfer. Was wäre da besser geeignet als vier Knaben aus der oberen Klasse, die ab und zu in der Schule fehlten? - Nichts!
Die fremde Frau, die den kleinen Jungen erwischte, handelte ebenfalls falsch. Anstatt gleich in die Schule zu eilen, hätte sie zuerst mit der Mutter des Jungen zu sprechen sollen. Es war nicht gerecht von ihr den Jungen zu hintergehen. Heinrich Lee ist nicht ihr Kind, deshalb geht es sie eigentlich auch nichts an.
Heinrich selber war ein unauffälliges Kind. Und wie an seiner Geschichte leicht zu erkennen ist, ist er sehr fantasievoll und überzeugend gewesen. Da er sonst ein ruhiges Kind war, glaubten ihm die Lehrer.
Am Schluss des Textes ist zu lesen, dass ihm drei der vier Jungen nach vielen Jahren verziehen hatten. Der vierte war noch immer wütend. Er hatte Mühe mit dem Leben und er dachte, dass Heinrich an dem schuld war.

Unter einem Kinderverbrechen versteht man zuerst, dass ein Kind ein Verbrechen begangen hat. Doch wenn man den Text aufmerksam liest, dann sieht man, dass es ein Verbrechen an einem Kind ist. Es ist aber nicht die erfundene Tat die dem Jungen zugeführt wurde, sondern dass die Lehrer ihn wie unter Druck gesetzt haben, dass er dann eine Geschichte erfunden hat. Sie bekamen zu hören, was sie hören wollten. Der Junge erzählte immer weiter. Er dichtete immer mehr dazu. Und irgendwann hatten die Lehrer genug “Beweise” um den vier Jungen die Größte Schulstrafe zu verpassen, die jemals ausgeteilt wurde.
Der Text ist ein Teil eines Romans. Der Roman, ‘der grüne Heinrich’ ist das Hauptwerk Kellers. Nun wäre die Frage geklärt. Heinrich hat das Kinderverbrechen, auf das Gottfried Keller hinauswill, ausgeübt, sondern die Lehrer und der Pfarrer.


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