Titel: Charakterisierung von Orsina aus Emilia Galotti

n erster Hinsicht ist Orsina die Geliebte des Prinzen.
Sie erscheint in dem Trauerspiel aber eher als verstoßene Geliebte und wird durch die Beleidigung des „zur Seiteschiebens“, ihrer Person, durch ihren Geliebten zur Intrigantin und sogar zur Mord Anstifterin.

Orsina’s erster persönlicher Auftritt ist der vierte Aufzug, im fünften Auftritt.
Sie ist traurig, wenn nicht sogar gekränkt darüber, dass der Prinz ihren Brief nicht gelesen hat. Beinahe wehmütig wiederholt sie die Worte auf Seite 51. Zeile 35 „Nicht gelesen?“ und wieder in Zeile 36- 37 „Nicht einmal gelesen?“

Auf der Seite 52 bezeichnet sie sich selbst als Philosophin (Z. 23) „Ja ich bin eine“.
Gleichzeitig aber verspottet sie sich selbst für ihr Denken und bezeichnet sich daraufhin als „Ding“. (Z.27- 28) Also als kein menschliches Wesen sondern als „etwas“. Sie ist der Meinung das eine denkende Frau ekelhaft ist. (Z. 28) Und das der Prinz sie ihres Denkens Willen verstoßen hat.

Andererseits ist sie selbstbewusst und kommandiert die Bediensteten gnadenlos umher. (Z. 38- 39)

Orsina scheint den Prinzen auf ihre eigene Art zu lieben. Sie ist gekränkt als sie merkt das sie dem Prinzen eigentlich nicht mehr Wichtig ist und verlangt von Marinelli eine Lüge statt der Wahrheit. (S.54 Z18- 19 / Z. 16) Weil sie diese wahrscheinlich nicht ertragen könnte.

Es ist ihr gelungen den Plan des Prinzen zu durchschauen (S. 56 Z. 18)
Und nur um sich am Prinzen, der sie von sich gestoßen hat zu rächen,(S. 61 Z. 4- 5) drängt sie Ordoardo zum Erlösungsmord an seiner eigenen Tochter, Emilia.(S. 60 Z. 33- 34) Sie hetzt ihn regelrecht auf (Z. 27)



Quelle: Drama "Emilia Galotti"