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459 Mit Delfinen unterwegs Biologie 9 1+ 835
Kurzbeschreibung
Mit Delfinen auf Du und Du - als Hobbyforscher im Mittelmeer
Inhalt des Referats
[b]Mit Delfinen unterwegs[/b] Stunden um Stunden verbringen die Forscher Marina, Annalisa und Stefano in einem kleinen Motorschlauchboot, um nach Delfinen zu suchen. Sie sind Mitarbeiter des italienischen Forschungsinstituts „Tethys“. Auf der griechischen Insel Kalamos steht die Feldstation des Institutes. Von hier aus brechen die Forscher den Sommer über zu ihren Erkundungsfahrten auf, um die Delfine des Mittelmeeres beobachten zu können. Es gibt zwei Arten von Delfinen rund um die Ionischen Inseln, den Großen Tümmler und den so genannten „Gemeinen Delfin“. Beobachtet man sie eingehender, so fallen einem doch Unterschiede in ihrem Verhalten auf. Weil die Delfine vor Kalamos - eine ihrer letzten Domäne - im Mittelmeer unaufhaltsam weniger werden, sind die Daten, die die Forscher sammeln, wichtiger denn je. Jeden Sommer holen sie sich Hilfe dazu: von Freiwilligen. Jeder kann mitmachen – und kehrt fasziniert und voller Eindrücke zurück. [b]Der Rückgang der Delfine[/b] Marina, Stefano und Annalisa sind die Forscher, die uns während der nächsten zehn Tage betreuen. Sie arbeiten für das italienische Forschungsinstitut „Tethys“. Seit über zehn Jahren beobachtet das Team von „Tethys“ nun schon die Delfine im Mittelmeer. Ein Glück für uns, denn das ermöglicht uns, an ihrer Arbeit teilzuhaben. [b]Seit acht Jahren nimmt die Zahl der Meeressäuger ab[/b] Der Wermutstropfen: die Delfine des Mittelmeeres werden langsam aber sicher immer weniger. Den Rückgang hat „Tethys“ während seiner Langzeitbeobachtungen seit dem Jahr 1996 dokumentiert. Nur mit den Daten, die über die Sommermonate vor Ort gesammelt werden, kann die Frage geklärt werden, warum das so ist. Doch dieses Wissen ist für uns Ansporn, unsere Aufgabe während unseres ungewöhnlichen Urlaubs ernst zu nehmen. [b]Gemeine Delfine sind wahre Formationsschwimmer[/b] Mit jedem Tag, den wir Delfine sichten, lernen wir sie näher kennen: Es gibt zwei Arten von Delfinen im Ionischen Meer: die „Großen Tümmler“ (Tursiops truncatus) und die so genannten „Gemeinen Delfine“ (Delphinus delphis). Die Tümmler sind mit ihren vier Metern knapp doppelt so groß wie die Gemeinen Delfine. Die Schnauzen der grauen „Tümmler“ laufen zur Spitze hin in Form eines Flaschenhalses zu. Die Mundwinkel sind nach oben gebogen; so sehen sie aus, als ob sie einen freundlich anlächeln. Die Gemeinen Delfine haben schwarze Streifen und ihre weißen Bäuche leuchten im klaren Wasser, wenn sie knapp an der Oberfläche tauchen. Sie sind wahre Formationsschwimmer. Sie machen nach unseren Beobachtungen nicht so hohe Sprünge wie die „Tümmler“. Dafür erheben sie sich immer wieder grüppchenweise in harmonischem Gleichtakt aus dem Wasser. [b]Zu welchem Zweck sind die Delfine unterwegs?[/b] Unsere Arbeit besteht darin, Daten zu sammeln, sobald Delfine gesichtet werden. Deshalb sind wir ausgerüstet mit einigem wissenschaftlichen Gerät: Stoppuhren, einem Taschen-Computer, Fernrohr, Listen und Tabellen. Sobald eine Delfingruppe, auch Schule genannt, auftaucht, beziehen wir im Schlauchboot Position. Wichtig ist, herauszufinden, zu welchem Zweck die Tiere gerade unterwegs sind. Dazu gibt es bestimmte Kategorien. [b]Lange Tauchgänge sind ein Zeichen für Nahrungssuche[/b] Schwimmen sie gezielt in eine Richtung, kann das bedeuten, dass sie auf Nahrungssuche sind. Auch lange Tauchgänge, die wir anhand von Stoppuhren timen, sind ein Indiz für intensive Nahrungssuche. Minutenlang können die „Tümmler“ ohne Probleme unter Wasser bleiben. Sie dann wieder auftauchen zu sehen, ist eine große Herausforderung. Schließlich können sie überall und zu jeder Zeit wieder auftauchen. Loser Zusammenhalt und der Wechsel in eine andere „Untergruppe“ kann ein Zeichen dafür sein, dass die Tiere kein bestimmtes Ziel verfolgen. Manchmal lassen sie sich an der Oberfläche im wahrsten Sinne des Wortes einfach treiben, oder sie „plantschen“ nur so vor sich hin. [b]Der richtige Klick macht’s[/b] Kommunikation findet bei den Tieren auf mehreren Ebenen statt. Wir hören die Klicklaute, mit denen sie ihre Umgebung anhand ihres Echolot-Systems abtasten und orten. Aber auch Sprünge und das Klatschen der Schwanzfluken auf die Wasseroberfläche gehören zur Sprache der Delfine und zum sozialen Verhalten, dass Forscher daran ablesen können. [b]Tiere mit „Schönheitsfehlern“ sind am beliebtesten[/b] Es ist sehr schwer, Delfine über eine längere Zeit hinweg zu verfolgen, gerade wenn sie schnell schwimmen, oder lange abtauchen. Also gehen wir dazu über, uns Delfine mit bestimmten Merkmalen zu suchen. Denn auch sie haben manchmal „Schönheitsfehler“: beispielsweise eine markante Rückenfinne mit Kratzern und Kerben darin. Sie sind am leichtesten im Wasser auszumachen. [b]Mit Delfinen unterwegs - Ein ungewöhnlicher Urlaub[/b] Es ist noch nicht lange her, seit die Sonne aufgegangen ist. Sanft beleuchtet sie die spiegelglatte Oberfläche des Ionischen Meeres. Die umliegenden Inseln im Westen Griechenlands ragen von fern wie Scherenschnitte aus dem Wasser. Morgendunst hat sich als Gürtel um sie gelegt. Zu siebt gleiten wir, drei Forscher und wir vier Urlauber, in einem Motor-Schlauchboot dahin. Erwartungs- und hoffnungsvoll, denn wir haben Großes vor: wir wollen Delfine sehen. [b]Zwischen Hoffen und Bangen: wo sind die Delfine?[/b] Es ist mäuschenstill im Boot. Konzentriert suchen unsere Augen den Horizont nach den Rückenflossen der Tiere, den so genannten Finnen, ab. Nur bei spiegelglatter Wasseroberfläche haben wir eine reelle Chance, Delfine auch in der Ferne ausmachen zu können. Der Zeitpunkt ist also ideal. Doch eine Stunde, zwei Stunden, vier Stunden vergehen, nichts. In jeder Kräuselung des Wassers meinen wir die Tiere zu erkennen. Doch sie sind nicht in Sicht. Gerade als wir uns aus der Mittagshitze lösen wollen, um im Schatten einer griechischen Inseltaverne eine Pause einzulegen, reißt Arnold seinen Arm in die Höhe: ganz in der Ferne hat er durch den Feldstecher etwas gesehen. [b]Vorsichtige Annäherung: die Tiere haben Vorfahrt[/b] Blitzschnell reißt Stefano das Ruder herum, spricht die neue Position in sein Diktaphon und steuert in die Richtung, in die Arnolds ausgestreckter Arm weist. Aufregung macht sich unter uns Urlaubern bereit. Tatsächlich – eine Gruppe von acht Tümmlern kommt auf uns zugeschwommen. Behutsam nähert sich der Wissenschaftler, denn er weiß, wie er sich mit dem Boot zu verhalten hat: er darf die Wege der heran schwimmenden Delfinschule nicht kreuzen. [b]Elegante Schwimmer zum Greifen nah[/b] Für den ersten Moment haben wir alles wissenschaftliche Gerät um uns herum vergessen und denken nicht daran, dass wir zum Arbeiten hier hergekommen sind. Wir bewundern die Tiere, die da stromlinienförmig und neugierig an unserem Boot entlang ziehen. Einige tauchen unter dem Boot hindurch, sie sind zum Greifen nah. Sie drehen sich auf die Seite und wir können ihnen direkt in die Augen schauen. Wenn sie Luft durch ihr Blasloch auf dem Rücken einziehen, klingt es so, wie wenn ein Mensch tief Luft ein- und ausatmet. Wir sind fasziniert und hingerissen. [b]Vier Meter hohe Sprünge: Akrobatik ohne Dressur[/b] Die Sprünge, die dann folgen, lassen unseren Atem stocken: vier, fünf Meter schnellen die Delfin-Teenager aus dem Wasser in die Luft und klatschen beim Eintauchen ihre Schwanzflossen auf das Wasser. Wir können uns die „Ah’s“ und „Oh’s“ nicht verkneifen. Die erste Begegnung mit den Delfinen prägt uns nachhaltig. Und doch lernen wir sie von Tag zu Tag während unseres Aktivurlaubes immer besser kennen.
Quellenangaben des Verfassers
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