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460 Kuhfladen Biologie 9 2+ 1310
Kurzbeschreibung
Kuhfladen unter der Lupe - Forscher lesen im Dung
Inhalt des Referats
[b]Kuhfladen unter der Lupe - Forscher lesen im Dung[/b] Glückliche Kühe geben gute Milch, heißt es. Aber wer spricht von glücklichen Mistkäfern? Dabei spielen die eine wichtige Rolle bei der Erzeugung des Grundnahrungsmittels: Sie und andere Insekten sorgen dafür, dass Kuhfladen wieder von der Weide verschwinden. Machen sich die Käfer nicht an die Arbeit, bleibt der Dung liegen, die Kühe grasen dort nicht mehr und die Milchproduktion geht zurück. Warum aber manche Kuhfladen verschwinden, andere aber nicht, mit dieser Frage haben sich Forscher der Universität Lüneburg beschäftigt. [b]Mistkugeln für den Nachwuchs[/b] Uns stinken Kuhfladen, Insekten dagegen ziehen die Dunghaufen magisch an. Denn sie bieten ihnen Nahrung und beste Bedingungen für die Fortpflanzung. So gräbt zum Beispiel der Mistkäfer unter dem Fladen ein bis zu 50 Zentimeter tiefes Röhrensystem. In kleinen Höhlen legt er dort einen Vorrat an Mistkugeln an. Dazwischen platziert das Weibchen ihre Eier. Die geschlüpften Larven ernähren sich dann von den Proviant-Bällchen. Leisten Käfer, Fliegen und ihre Larven gute Arbeit, ist ein Fladen nach einem Monat verschwunden. Manchmal aber überdauern Kuhfladen lange Zeit als „Tretmienen“ auf dem Feld. Woran liegt das? [b]Medikamente im Verdacht[/b] Im Verdacht haben die Forscher Medikamente, die den Kühen verabreicht werden. Zum Beispiel ein Entwurmungsmittel. Durch das Fell dringt es in die Kuh ein und tötet Rinder-Parasiten ab. Rückstände des Medikaments scheidet die Kuh durch den Dung wieder aus. Im Test wollen die Wissenschaftler herausfinden, ob Kuhfladen mit und ohne chemische Reste des Entwurmungsmittels unterschiedlich biologisch abgebaut werden. [b]Nur ein Zehntel der Nützlinge überlebt die chemische Keule[/b] Dazu füllen die Biologen Eimer mit Erde und decken diese mit einer Grasnarbe ab. Darauf legen sie jeweils 1,5 Kilogramm Dung, zum Teil behandelte, zum Teil unbehandelte Proben. Dann versenken sie die Eimer in Löchern auf der Weide und warten ab. Nach einem Monat kommen die Behälter ins Labor zur Untersuchung. Die Ergebnisse sind eindeutig: Über den naturbelassenen Fladen ist inzwischen Gras gewachsen. Darunter wimmelt es von Larven, Puppen und ausgewachsenen Käfern. In den Medikamenten-belasteten Eimern herrscht ein weitaus weniger lebendiges Treiben. Nur ein Zehntel an Käfern und Larven konnte den giftigen Rückständen trotzen. Die Forscher verlangen deshalb von der Pharmaindustrie umweltverträglichere Arzneimittel: Damit sich die Nützlinge wieder kraftvoll durch den Dung arbeiten können.
Quellenangaben des Verfassers
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