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2370 Georg Heym - Der Krieg Deutsch 12 2 2888
Kurzbeschreibung
Einstellung und Intention des Autors; Ausdrucksmittel; Epoche?
Inhalt des Referats
Vergleich verschiedner Gedichte zum Thema ‚Krieg’ (7) Georg Heym, Der Krieg 1. Welche Einstellung zum Krieg zeigt sich im Gedicht? Welche Bewertung erfährt der Krieg? In seinem Gedicht zeigt Georg Heym eine stark negativ geprägte Einstellung zum Krieg. Er sieht im Krieg eine Bedrohung für die Menschheit. Krieg ist für Heym etwas Böses, das nur aus den Tiefen der Unterwelt stammen kann („Aufgestanden unten aus Gewölben tief.“ Z.2) und bei den Menschen für Unruhe und Ohnmacht sorgt. Wenn er aus der Unterwelt aufsteigt beginnt er sein Vernichtungswerk (Apokalypse), er wütet solange bis er alle Menschen in den Tod gejagt hat („die Ströme schon voll Blut. Zahllos sind die Leichen schon im Schilf gestreckt“ Z.19,20) und er über sein vollendetes Zerstörungswerk triumphieren kann. („Aber riesig über glühnden Trümmern steht, Der in wilde Himmel dreimal seine Fackel dreht“ Z. 39,40). Erst nach dieser absoluten Vernichtung wird wieder Ruhe einkehren,„ In des toten Dunkels kalten Wüstenein,“ Z.42. Der Krieg wird als eine Art Bestie dargestellt, deren Auftrag der Tod ist,„wenn das schwarze Haupt er schwenkt, Drum von tausend Schädeln laute Kette hängt.“ Z. 15,16 2.Welche Intention verfolgt der Autor? Georg Heym stellt den Krieg als eine Art Gegenpart zu Gott dar, welcher über Gottes Schöpfung triumphiert. Dem Krieg werden ähnliche Eigenschaften wie Gott zuteil. Er ist groß, unfassbar, übermächtig, anonym, allgegenwärtig und lebendig, was dadurch zum Ausdruck kommt, das Heym den Krieg durch Aktionen und Bewegungen stark personifiziert. Er steht auf Z.1, er zerdrückt den Mond Z.4, er tanzt auf den Bergen Z.13, vernichtet alles, dreht seine Fackel gegen den Himmel. Die Menschen kritisiert Georg Heym als unwissende, hilflose Wesen, die ohne Widerstand in ihr Verderben laufen. Sie unterwerfen sich dem Krieg. „Eine große Stadt versank in gelbem Rauch, Warf sich lautlos in des Abgrunds Bauch.“ Z. 37,38 In den letzten Zeilen des Gedichtes wird uns Heyms Intention klar. Er möchte seine Haltung zum Krieg erläutern, dafür stellt er eine Verbindung zu der biblischen Stadt Gomorrha her, „Pech und Feuer träufet unten auf Gomorrh.“ Z.44, welche als Strafe für ihr sündiges Verhalten von Gott durch einen Regen aus Schwefel und Feuer zerstört wurde. Heym sieht im Krieg die Strafe Gottes für das sündige Verhalten der Menschheit. Ja, man könnte sogar glauben, das Heym den Krieg als Befreiung der Menschheit von ihren schuldigen Verhalten, zu jener Zeit vor allem dem Gesellschaftsverfall und den maroden Gesellschaftswerten begrüßt. Ich denke aber auch, dass Heym aktuelle Thematiken mit einbezogen hat, denn zu jener Zeit begann es in Europa immer unruhiger zu werden und 1910/1 sorgte die 2. Marokkokrise für weitere Spannung, gerade zwischen dem deutschen Kaiserreich und Frankereich, so das ein weiterer großer Krieg zu ahnen war. Heym versucht den Menschen mit diesem Gedicht einen Spiegel vorzuhalten, denn das Wort KRIEG ist nicht nur ein abstrakter Begriff, sondern dahinter befinden sich immer Menschen. Nicht Waffen töten Menschen, sondern Menschen töten Menschen so liegt es in der Verantwortung eines jedem ob ein Konflikt zu einem Krieg eskaliert. 3.Beschreibung der formalen Ausdrucksmittel. Das Gedicht ist unterteilt in 11 Strophen à 4 Zeilen, auch Quartette genannt. Georg Heym wählte für die äußere Form seines Gedichtes einen Endreim in Form des Paarreims (aabb). Außerdem verwendet er nur männliche Kadenzen, das sind stumpfe, einsilbige Reime, welche dem Gedicht einen harten, kantigen Ton verleihen. Als Versmaß verwendete er einen Trochäus (unbetont / betont/ unbetont/ ...) in 5-hebiger Form. Das Versmaß, sowie der Reim bleiben in allen Strophen des Gedichtes erhalten. Die Verwendung des Trochäus hinterlässt beim Leser einen drängenden Eindruck. Verwendete Bilder: Z. 2 Gewölbe – Unterwelt Z. 4 Mond zerdrücken – Zeichen großer macht Z.17 Turm – Schutz, Wärme, Hoffnung Z.35 Köhlerknecht – Schwärze, Dunkelheit, alles verbrannt Z.26 Roter Hund – (Kerberos, Höllenhund, bewacht in der gr. Mythologie die Unterwelt, hat mehrere Köpfe) hier: Feuer Z. 29 Tausend rote Zipfelmützen – Flammen und Brandherde Z. 29 Wilde Mäuler – Gier des Feuers Z. 20 Des Todes Vögel – Vernichtung Z. 7 Der Märkte Wirbel stockt zu Eis – Erstarrung der Menschheit 4. Lassen sich Epochenmerkmale am Gedichttext finden? Zeitliche Einordnung? Meiner Meinung nach ist das Gedicht in die Epoche des Expressionismus einzuordnen, da das Gedicht kurz vor Georg Heyms Tod im Jahre 1911/2 entstand. Heym stellt sich mit aller Kraft gegen die Selbstzufriedenheit, des Wohlstandsbürgertums, welche nur auf ihr eigenes Wohl bedacht sind, aber dabei das große Ganze, die Welt drum herum außeracht lassen, was fatale Folgen haben kann, wenn jeder seine Verantwortung weiterreicht. Außerdem stellt Heym sich gegen die Verlogenheit und Sinnlosigkeit des modernen Lebens, gegen eine Gesellschaft sich dich selbst anlügt um ihren eigen Verfall zu verdrängen. Hier lässt sich auch der Ursprung nach Heyms Wunsch für die Strafe Gottes wiederfinden, man solle die fehlerhafte Welt zerstören um eine neue, menschlichere zu schaffen. Man sehnt sich eine Welt ohne Konflikte oder Kriege herbei (Menschheitsverbrüderung). Ein weiteres Indiz stellt Heyms Farbkomposition während seines Stückes dar. So überwiegen die Farben Schwarz (am Anfang und im Schlussteil), Rot und Gelb (im Mittelteil); welche vom Leser stets mit Kälte, Schatten, Blut und Feuer assoziiert werden.
Quellenangaben des Verfassers