ID Thema Fach Klasse Note Downloads
419 Plenzdorf - kein runter kein fern Deutsch 11 10 1546
Kurzbeschreibung
Kurze Biografie (u. zeitgeschichtlicher Hintergrund) und inhaltliche Zusammenfassung des Werkes, Analyse, Vergleiche, Begriffsklärungen
Inhalt des Referats
[b]„kein runter kein fern“[/b] [b]Zum Autor[/b] Ulrich Plenzdorf (* 1934) 26. Oktober 1934: - Ulrich Plenzdorf wird als Sohn einer Arbeiterfamilie in Berlin geboren - Eltern aktive Mitglieder in der KPD - von Nationalsozialisten verfolgt 1954: - Studium der Philosophie am Franz-Mehring-Institut in Leipzig - nach drei Semestern wieder abgebrochen 1955-1958: Bühnenarbeiter bei der DEFA 1958/59: Soldat in der Nationalen Volksarmee. 1959-1963: Studium an der DDR-Filmhochschule in Babelsberg ab 1964: - Szenarist und Dramaturg bei der DEFA - schreibt u.a. die Filmszenarien zu "Mir nach, Canaillen" (1964), "Weite Straßen - stille Liebe" (1969) und "Kennen Sie Urban?" (1970). 1972: - in Halle Uraufführung des Stückes "Die neuen Leiden des jungen W." - sensationeller Erfolg in Ost und West 1973: - Premiere seines Films "Die Legende von Paul und Paula" - Ausdruck von Plenzdorfs Art eine realistische Milieubeschreibung mit romantischen und sentimentalen Zügen zu vermischen - 1979 erscheint die Romanfassung der Geschichte unter dem Titel "Die Legende vom Glück ohne Ende". 1978: -Auszeichnung mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis für "Kein runter, kein fern". 1986 und 1989 - Uraufführungen von Plenzdorfs Theaterstücken "Ein Tag länger als ein Leben" und "Zeit der Wölfe" - stellen eine kompromisslose Abrechnung mit dem Stalinismus dar 3. Oktober 1991: - die ARD zeigt Plenzdorfs Film "Häschen hüpf oder Alptraum eines Staatsanwalts" - zeigt die Bundesrepublik nach der Wiedervereinigung in einer Mischung aus Rückblende und Vorgriffen auf Ängste und Befürchtungen - hat sich im Spiegel vom 14.05.1973 als ‚rot bis in die Knochen’ bezeichnet - stand bis zuletzt hinter dem Staat, war lediglich an Verbesserungen interessiert - ‚hielt dem Staat den Spiegel vor’ [b]Zeitgeschichtlicher Hintergrund[/b] - 07.10.1969, 20. Geb. d. DDR - in der BRD ist Willy Brandt Bundeskanzler - in der DDR ist Walter Ulbricht Staatsratsvorsitzender - Beginn der Entspannungspolitik - dennoch provoziertes Chaos, wo immer Demonstranten erscheinen - angeblich soll Rolling Stones-Konzert auf dem Axel-Springer-Gebäude stattfinden - West-Musik in der DDR ungern gesehen, W.U.’s Kommentar zur Beatmusik [b]Allgemein[/b] - entstand 1973, direkt im Anschluss an „Die neuen Leiden des jungen W.“ - innerer Erlebnis-Monolog - Hauptfigur: Hilfsschüler Fleischmann - verfolgt im Radio Kommentar zur 20 Jahr-Feier - monologisiert gleichzeitig bruchstückhaft seine Vergangenheit - Zentraler Punkt ist angebl. Konzert der Rolling Stones auf Axel-Springer-Gebäude - der Junge begibt sich per S-Bahn - findet nicht statt, stattdessen wird Menschenansammlung von Vopo auseinandergetrieben - unter den Vopos Fleischmanns Bruder Manfred - ignoriert die Hilferufe des jüngeren - insgesamt existentielle Auseinandersetzung eines geistig gestörten Jungen mit seiner Umgebung [b]Charakterisierung des Sonderschülers Fleischmann[/b] - zehn Jahre alt - für normale Schule und Berufe untauglich - von Familienmitgliedern keine Akzeptanz - Familie auseinandergebrochen - Mutter ist in den Westen geflüchtet - Vater hat sich in die Ideologie geflüchtet und Sohn im Stich gelassen - Vater empfindet Zustand des Sohnes als pers. Niederlage - seinem Bruder war der kleine Junge hilflos ausgeliefert - sinnt auf Rache, allerdings nur Wunschdenken, möchte Panzer oder Kanone auf Peiniger richten - Schule bestätigt ihm, nicht unbegabt zu sein (Holzbearbeitung) – passt nicht in Vorstellungen des Vaters - hat aus seiner Position größeres Bewusstsein, erfasst mehr als „normale“ Menschen - charakterliche Eigenschaften weisen Parallelen zu anderen literarischen Helden auf [b]Vergleich[/b] - Ulrich Plenzdorf: „Die neuen Leiden des jungen Werther“ (1972): - Hauptfigur: Edgar Wibeau - lässt sich nicht in Schablonen pressen - ist aus Kollektiv ausgestiegen - will sich künstlerisch verwirklichen - J. D. Salinger: „Der Fänger im Roggen“ (1990): - Hauptfigur: Holden Caulfield, 16 Jahre alt - entzieht sich Druck d. Schule und d. Elternhauses - gibt sich seinen Träumen hin - auch er ist ein „reiner Mensch“, kein Heiliger - all diese Menschen haben aber einen hohen Preis zu zahlen [b]Buchgliederung, damit verbundener Sprachzusammenhang[/b] - Entschlossenheit zu „Mick“ zu gehen - Gedanken, Vorstellungen, Wünsche - Rache und Abrechnung mit Manfred im Geiste - Erinnerungen an die Mutter - Lob auf den Westen - Rückblicke auf die Schule - „Kain und Abel“ – Bettnässen, Erinnerungen an Repressalien und Gewalt – Rachegedanken - Sehnsucht nach der Mutter - Wunschdenken, daheim zu sein, eine kleine Werkstatt zu haben - Beinahe-Selbstmord-Erinnerungen - „Kain und Abel“ - Polizeigewalt – Realität des Ausgeliefertseins, des Alleinseins - Sprache „von unten“ - alle Parolen in Sprache „von oben“ - der Junge verwendet Vulgarismen in großer Anzahl: springerhaus, ringerhaus, fingerhaus, singerhaus (5-6) zapfenstreich, stratzenweich, strapfenzeich, stratzenweich (18) arschkackpiss (16) arschkackpissrepochopipoaaaar (67) [b]Worterklärungen[/b] HAUPTTAMBOURMAJOR (19-20) - franz.: Trommler oder Anführer-Ausbilder einer Soldaten-Musikkapelle - hoher Repräsentant NVA (34) - Abkürzung für Nationale Volksarmee - die 1962 aus der Volkspolizei hervorgegangen - Militärstreitkraft der DDR - war dem WARSCHAUER PAKT (Gegenstück zur NATO) angegliedert IMPERIALISTISCHES LAGER (35) - Streben nach Macht und Besitz im politischen Sinne - abwertende Bezeichnung nach 1945 für die USA und deren „Vasallenstaaten“ (pro-amerikanischen Regierungen)
Quellenangaben des Verfassers
Texte, Themen und Strukturen (Cornelsen)