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2196 Krieg ums Wasser Geographie 8 1 17891
Kurzbeschreibung
Kurzvortrag über Wassermangel
Inhalt des Referats
Ausgearbeiteter Text ***************** Krieg um Wasser Die neue Gefahr für den Weltfrieden? "Wer mit dem Nilwasser spielt, erklärt uns den Krieg." Schon vor mehr als 20 Jahren beschrieb der damalige ägyptische Präsident Sadat das Konfliktpotential der Ressource Wasser mit deutlichen Worten. Er reagierte damit auf Staudammprojekte am Blauen Nil in den oberen Nilanrainerstaaten. Verwundern kann die Aussage indes nicht, war und ist Ägypten doch bei der Versorgung mit Oberflächenwasser zu mehr als 90 Prozent vom Nilwasser abhängig. Aus dem lokalen Problem in Ägypten und wenigen anderen Ländern ist mittlerweile ein globaler Konfliktfaktor geworden. "Im Nahen Osten tickt die "Wasserbombe"", "Töpfer befürchtet in Zukunft vermehrte Kriege um die Ressource Wasser", so die aktuellen Schlagzeilen in den Medien. "Unwahrscheinlich!" werden viele darauf sagen, "Wasser gibt es doch genug". Doch die Süßwasservorräte auf der Erde sind begrenzt und zudem sehr unterschiedlich verteilt. Schon heute leben mehr als 400 Millionen Menschen in Ländern, in denen Wasser knapp ist. Müssen sich diese Länder zudem einen See oder Fluss teilen, sind auch militärische Konflikte nicht auszuschließen. Wie wahrscheinlich sind Kriege um Wasser? Welche Regionen der Erde sind besonders von militärischen Konflikten um die knappe Ressource bedroht? Gibt es Strategien, mögliche Wasserkriege in Zukunft zu verhindern? Kampf um Wasser Wasser ist lebensnotwendig - deshalb reagieren Staaten schnell aggressiv, wenn sie ihre Wasser-Versorgung bedroht sehen. Einer der Gründe für den Sechs-Tage-Krieg war, dass Syrien und Jordanien planten, den Jordan in ihre Länder umzuleiten. Als Syrien später den Tabqa-Staudamm baute, drohte der Irak mit Krieg, weil er seine Wasserversorgung gefährdet sah. Syrien kennt das Problem aber auch als Opfer: Als die Türkei den Euphrat aufstaute, wurde Syrien unruhig. Schließlich drohte der ehemalige ägyptische Präsident Sadat unverhohlen mit Bombardements der Baustellen, sollten Äthiopien oder der Sudan Staudämme am Oberlauf des Nils anlegen. Mythos Wasserkrieg Wenn es auch viele Konflikte um Wasser gibt, so sind diese lediglich Auslöser in bereits gestörten Staaten-Beziehungen. Amerikanische Wissenschaftler lasen in den Geschichtsbüchern nach und kamen zu dem Ergebnis, dass der letzte Krieg um Wasser vor 4.500 Jahren in Mesopotamien geführt wurde. Bei allen anderen Konflikten standen andere Streitigkeiten im Vordergrund, wie zum Beispiel Grenzkonflikte, Sicherheitsfragen oder andere diplomatische Fragen wie der Status Palästinas . Kalter Krieg um Wasserrechte Türkei, Irak und Syrien als Konfliktparteien Wasser und Wassernutzung im Euphrat- und Tigris-Gebiet, das bedeutet schon seit Jahrzehnten Streit um die Wasserrechte an den beiden Flüssen und eine Vielzahl von nicht koordinierten Aktivitäten und Projekten in den beteiligten Ländern Türkei, Irak und Syrien. Obwohl die zur Verfügung stehende Wassermenge in Euphrat und Tigris bei guter gemeinsamer Planung für die Projekte aller beteiligten Parteien ausreichen würde, gibt es seit Beginn der intensiven Wassernutzung in den siebziger Jahren einen regelrechten "Kalten Krieg" um die Wasserrechte in der Region. Mehrfach, zuletzt 1990, standen militärische Auseinandersetzungen kurz bevor. Bis heute konnten sie in letzter Sekunde immer noch abgewendet werden. Wer benötigt wie viel Wasser? Welche Projekte haben vorrangige Bedeutung für die gesamte Region? Welche Länder sind in der Lage das Wasser sinnvoll zu nutzen? Wer verschwendet mit seinen Projekten das kostbare Gut? Über diese Fragen streiten zwischen den Anrainerstaaten im Zweistromland. Fakt ist: Syrien und Irak sind für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung und zur Energieerzeugung abhängig vom Wasser des Euphrat und Tigris. Fast 80 Prozent seines Oberflächenwassers erhält Syrien aus anderen Ländern, insbesondere natürlich aus der Türkei, der Irak immerhin mehr als 60 Prozent. Wassermangel ist an der Tagesordnung. Denn auch hier gilt die Bedingungskette: Bevölkerungswachstum, höherer Lebensstandard, Modernisierung, Industrialisierung, höherer Wasserverbrauch bei gleichem Wasserangebot, Wassermangel und Wasserknappheit. Als Unteranrainer der beiden Flüsse sind der Irak und Syrien zudem darauf angewiesen, dass die Türkei, in deren Staatsgebiet die Quellen der Ströme liegen, genug Wasser für die anderen Länder übrig lässt. Aber auch die Türkei beklagt den Wassermangel im eigenen Land und hat mit ihrem gigantischen Südostanatolienprojekt den Kampf um das Wasser in eine neue Dimension gelenkt. Spätestens seit dem vollständigen Absperren des Euphrats für fast einen Monat im Jahr 1990 zur Erstbefüllung des türkischen Atatürk-Staudamms sind das Ausmaß des Konfliktpotentials und die Brisanz der Situation im Zweistromland klar geworden. Die Türkei ist jederzeit in der Lage, Syrien und Irak regelrecht den "Wasserhahn" abzudrehen und das lebensnotwendige Nass vorzuenthalten. Sollte dieses irgendwann für längere Zeit wirklich geschehen, ist ein kriegerischer Konflikt durchaus wahrscheinlich. Der Grund für diese Streitigkeiten ist aber nicht allein im Wasser selber zu suchen, sondern beruht auf bereits lange existierenden politischen Konflikten in der Region, nicht zuletzt der ungelösten Kurdenproblematik. Zudem stand die Türkei seit dem zweiten Weltkrieg als Nato-Verbündeter in einem anderen politischen Lager als Irak und Syrien, die zu den Warschauer Pakt-Sympathisanten zählten. Die strategische Kontrolle über das Wasser Das Südost-Anatolienprojekt (GAP) in der Türkei Statt miteinander verbindliche Richtlinien über eine sinnvolle Nutzung der Wasserressourcen abzuschließen, sind im Irak, in Syrien und in der Türkei eigene Projekte entwickelt worden, die nicht miteinander harmonieren und sich teilweise sogar gegenseitig behindern. Zudem wird sowohl die Umweltverträglichkeit als auch der wirtschaftliche Nutzen vieler dieser Projekte von Experten angezweifelt. Das GAP in der Türkei Die Türkei versuchte über die Wassernutzung im Rahmen des GAP (Güneydojn Anadolyn Projesi = Südost-Anatolienprojekt) mit den ursprünglich geplanten 22 Staudämmen und 18 Wasserkraftwerken die Wirtschaft kräftig anzukurbeln. Mehr als eine Million Arbeitsplätze sollten in diesem Zusammenhang geschaffen werden, mit dem Ziel, das Pro-Kopf-Einkommen der türkischen Bevölkerung vor allem in Ostanatolien deutlich zu erhöhen. 1,6 Millionen Hektar Land sollten in der GAP-Region mit dem aufgestauten Wasser zusätzlich bewässert werden. Einerseits, um mit den angebauten landwirtschaftlichen Produkten die Ernährungslage der eigenen Bevölkerung zu verbessern, andererseits plante man über den Export der Waren in die benachbarten arabischen Staaten den Anteil der Agrarexporte am BIP um mehr als 50 Prozent zu erhöhen. Nach Fertigstellung aller Projekte innerhalb des GAP-Projektes sollte zudem die Stromproduktion um 70 Prozent auf eine Zielgröße von 27 Milliarden Kilowattstunden jährlich gesteigert werden. Weit mehr als die Türkei unter normalen Umständen für den eigenen Bedarf benötigt. Was liegt näher als auch diesen Strom in die arabischen Staaten zu exportieren? Das größte Einzelprojekt innerhalb des GAP war der Atatürk-Staudamm. Seit 1990 läuft die Füllung des Stausees, Baubeginn war 1983. Das Bewässerungssystem zur Versorgung der vorgesehenen 850.000 ha landwirtschaftlicher Anbaufläche gehört zu den größten der Welt und besteht aus einem kombinierten Tunnel-/Kanalsystem, das insgesamt viele Hundert Kilometer lang ist. Die Kosten für den Staudamm liegen bei mehreren Milliarden Mark. Höhe des Staudammes 169m Breite der Dammkrone 15m Länge der Staudammkrone 1.614m Wasseroberfläche des Stausees 817km Im See gestaute Wassermenge 48,5Mrd Kub/m Maximales Fassungsvermögen 84,5Mrd.Kub/m Bewässerte Landfläche 850.000 ha Einzugsgebiet 92.000q/km Generatorenleistung 2.400MW Jahresleistung des Kraftwerks 8,9Mrd.kWh Der Atatürkstaudamm: Wichtige Daten Syrische Projekte Das syrische Euphratprojekt wurde als tragende Säule jeglicher ökonomischer und sozialer Entwicklung in der Arabischen Republik Syrien gesehen und war mit großen Investitionen verbunden. Wichtige Einzelprojekte waren der Bau von Tabqa-, Ba’th- und Tischrien-Damm und die damit verbundene Bewässerung von insgesamt 640.000 ha neuer landwirtschaftlicher Fläche sowie die Errichtung von Kraftwerkeinheiten mit einer Gesamtkapazität von 800 MW Stromproduktion. Wasser als Machtfaktor – Die Auswirkungen des GAP Die Türkei schlägt mit dem GAP-Projekt "mehrere Fliegen mit einer Klappe". Durch das GAP wären große Teile des Wasserangebots in der Region unter türkischer Kontrolle. Diese strategische Situation erlaubt es sogar das Euphratwasser im Kriegsfall als "ökologische Waffe" zu benutzen. Im Rahmen des Golfkriegs wurde dies bereits erwogen, um den Irak in die Knie zu zwingen. Aufgrund der reduzierten Wasserverfügbarkeit durch das GAP in Syrien (mehr als eine Milliarde Kubikmeter jährlich weniger) und dem Irak (mehr als 10 Milliarden Kubikmeter pro Jahr weniger), leiden in den benachbarten Ländern sowohl die Landwirtschaft, als auch eigene Projekte zur Energieerzeugung. Die beiden Länder wären auf Importe aus der Türkei nahezu angewiesen, vor allem, wenn man das prognostizierte Bevölkerungswachstum von rund 50 Prozent während der nächsten 30 Jahre in den Euphrat-Anrainerstaaten berücksichtigt. Mittlerweile mussten die Planungen sowohl in der Türkei als auch in Syrien erheblich modifiziert werden. Insbesondere im Bereich der Landwirtschaft kalkuliert man in beiden Länder momentan nur noch mit Bewässerungsflächen, die maximal die Hälfte des früher geplanten Umfangs haben werden. Der Türkei fehlen einerseits die finanziellen Mittel für die Realisierung aller Projekte, andererseits geht die Landerschließung langsamer voran als geplant, ein Problem das auch den Fortgang der Arbeiten in Syrien behindert. Das Potential der Wassermassen von Euphrat und Tigris wird also auf absehbare Zeit nicht annähernd ausgeschöpft werden. Ein zusätzlicher Grund, zu einem gerechten Abkommen zu kommen, das die Interessen aller Anrainerstaaten berücksichtigt. Trotzdem sind die Verhandlungen über die Wasserrechte zwischen den Anrainerstaaten nach wie vor äußerst problematisch. Syrien und Iran beanspruchen zwei Drittel der gesamten Abflussmenge des Euphrat, die Türkei weigert sich, mehr als die 1987 in einem Abkommen mit Syrien vereinbarten 500 Kubikmeter Abfluss pro Sekunde am Euphrat vertraglich zu garantieren. Eine Verständigung auf eine verbindliche Regelung erscheint schwierig. Die Euphrat-Tigris-Region bleibt damit unweigerlich ein großer potentieller Konfliktort für einen Krieg um Wasser im 21. Jahrhundert. Kann man Kriege um Wasser verhindern? Ein Fazit Gelingt es der internationalen Staatengemeinschaft die vielen Vorschläge zur effizienteren und partnerschaftlicheren Nutzung der begrenzten Ressource Wasser in reale Projekte und Handlungen umzusetzen, ist es sicherlich möglich reine Wasserkriege zu verhindern. Dies kann jedoch nur in enger Kooperation mit den von Wassermangel/Wasserknappheit betroffenen Ländern geschehen. Das vom VI. Ausschuss der Vollversammlung der Vereinten Nationen beschlossene Übereinkommen zur nicht-schifffahrtlichen Nutzung von grenzüberschreitenden Wasserläufen könnte dabei eine wichtige Hilfe sein, wenn es denn von allen Ländern ratifiziert und als verbindlich betrachtet wird. In den Regionen, wo die Wasserknappheit nur eine von vielen Konfliktursachen ist und tief verwurzelte politische Streitigkeiten das Verhältnis der beteiligten Staaten oder Bevölkerungsgruppen beeinflussen, werden sich militärische Auseinandersetzungen um Wasser wohl nie ganz vermeiden lassen. In diesen Gebieten sind deshalb verstärkte internationale Anstrengungen zur Entschärfung der regionalen politischen Konflikte dringend notwendig, um den Frieden zu sichern. Gerade die Kurdenproblematik in der Euphrat-/Tigris-Region oder die Palästinenserfrage im Jordanbecken können hier als markante Beispiele dienen. Stichpunkte ********* Krieg ums Wasser • "Wer mit dem Nilwasser spielt, erklärt uns den Krieg." • Beschreibung Konfliktpotential Wasser durch ägyptischer Präsident Sadat vor 20 Jahren • =Reaktion auf Staudammprojekte am Blauen Nil. • WEIL Ägypten bei Versorgung mit Oberflächenwasser zu 90 Prozent vom Nilwasser abhängt • Aus Lokalproblem Ägypten ist mittlerweile globaler Konfliktfaktor geworden. • "Im Nahen Osten tickt "Wasserbombe" od. “in Zukunft vermehrte Kriege um Wasser“, = aktuelle Schlagzeilen der Medien. • Wie wahrscheinlich sind Kriege um Wasser? • Welche Regionen der Erde sind von militärischen Konflikten um Wasser bedroht? • Strategien zur Verhinderung möglicher Wasserkriege? Mythos Wasserkrieg • Trotz vieler Konflikte um Wasser ist dies Auslöser in gestörten Staaten-Beziehungen. • Amerikanische Wissenschaftler lasen in Geschichtsbüchern nach und kamen zum Ergebnis: • Der letzte Krieg um Wasser vor 4.500 Jahren in Mesopotamien • Bei anderen Konflikten standen andere Streitigkeiten im Vordergrund • Z.B. Grenzkonflikte, Sicherheitsfragen oder diplomatische Fragen Wasserkonflikte in Syrien • Wasser und Wassernutzung im Euphrat- und Tigris-Gebiet bedeutet o seit Jahrzehnten Streit um die Wasserrechte an beiden Flüssen o eine Vielzahl nicht koordinierter Aktivitäten und Projekten in den beteiligten Ländern • Statt verbindliche Richtlinien über sinnvolle Nutzung der Wasserressourcen abzuschließen, sind im Irak, in Syrien und in Türkei eigene Projekte entwickelt worden, • Projekte harmonieren nicht miteinander, sondern behindern sich teilweise gegenseitig • Zudem wird sowohl Umweltverträglichkeit als auch wirtschaftliche Nutzen vieler Projekte von Experten angezweifelt. Südost-Anatolien-Projekt • Türkisches Projekt ist sog. GAP (Güneydojn Anadolyn Projesi = Südost-Anatolienprojekt) • ursprünglich geplant: 22 Staudämmen und 18 Wasserkraftwerken • Gründe: o Wirtschaft ankurbeln. o Arbeitsplätze schaffen (mehr als 1 Mio.) o Pro-Kopf-Einkommen der türkischen Bevölkerung deutlich zu erhöhen. Syrische Projekte • syrisches Euphratprojekt als tragende Säule jeglicher wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung • war mit großen Investitionen verbunden. • Wichtige Einzelprojekte: o Bau von Tabqa-Damm o Bau von Ba’th-Damm o Bau von Tischrien-Damm • Gründe: o Bewässerung von insgesamt 640.000 ha neuer landwirtschaftlicher Fläche o Errichtung von Kraftwerkeinheiten mit einer Gesamtkapazität von 800 MW Stromproduktion. Konflikte: • Türkei schlägt mit GAP mehrere Fliegen mit einer Klappe: o große Teile des Wasserangebots unter türkischer Kontrolle. o Euphratwasser im Kriegsfall = "ökologische Waffe" o reduzierte Wasserverfügbarkeit in Syrien (mehr als 1 Mia. m³ jährlich) o reduzierte Wasserverfügbarkeit im Irak (mehr als 10 Mia. m³ pro Jahr), o Darausfolgt:  in benachbarten Ländern leidet Landwirtschaft,  in benachbarten Ländern leiden eigene Projekte zur Energieerzeugung.  beiden Länder auf Importe aus der Türkei angewiesen Fazit: • Reine Wasserkriege können verhindert werden durch: o partnerschaftliche Nutzung der Ressource Wasser o reale Projekte und Handlungen o enge Kooperation mit den von Wasserknappheit betroffenen Ländern
Quellenangaben des Verfassers