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2473 Die Stadtentwicklung Sydneys bis heute Geographie 12 2+ 11753
Kurzbeschreibung
Geschichte Sydneys und Entwicklung von der Siedlung zur Weltmetropole
Inhalt des Referats
Einleitung
Das von mir erwählte Thema „Die Stadtentwicklung Sydneys bis heute“ behandelt den Fortschritt Sydneys von der ersten Kolonie bis zur heutigen Weltmetropole. Ich habe mich für dieses Thema entschieden da die Stadt Sydney trotz ihrer zwar relativ kurzen Geschichte eine enorme Entwicklung durchgemacht hat und mittlerweile durch viele verschiedene Aspekte zum beliebten Wohnort und gefragten Ziel für Touristen geworden ist. Dazu kommt außerdem der Einfluss der australischen Ureinwohner, die mit den ersten Siedler und späteren Bewohnern Sydney immer wieder in Konflikte gerieten. Die Phasen Sydneys Fortschritts werde ich in meiner Facharbeit genauer skizzieren. Dafür beginne ich mit einem kurzen Einblick in die Geschichte Sydneys, gehe kurz auf Klima und geographische Lage ein, erläutere danach genauer die Stadt- und Einwohnerentwicklung an einigen Beispielen wie der Infrastruktur und gebe dann einen Ausblick auf die weitere Entwicklung.

Die Stadtentwicklung Sydneys bis heute

Geschichte Australiens

Die Aborigines
Der Name Aborigines für die Ureinwohner Australiens kommt vom lateinischen „ab origine“, was frei übersetzt „von Anfang an da“ bedeutet. Dieser Name spricht für sich und tatsächlich besitzen die Aborigines die älteste kontinuierliche Kultur der Erde. Vor ca. 50 000 Jahren kamen die Aborigines mit Schiffen von der Inselwelt Südostasiens in den unbewohnten Norden Australiens (nach neueren archäologischen Funden soll diese Übersiedlung sogar schon 120 000 Jahre zurückliegen). Obwohl bei Ankunft der Europäer ungefähr 300 000 Ureinwohner Australien besiedelten, beeinflussten diese die Natur nur in äußerst geringem Maße: Sie waren umherziehende Jäger und Sammler (Nomaden) und machten kaum technische Fortschritte mit denen sie die Natur hätten zerstören können. Sie legten keinen Wert auf materielle Dinge, haben aber dafür ein kompliziertes spirituell- religiöses System entwickelt. Ihre Schöpfungsgeschichte (ungenau mit Dreamtime übersetzt) sieht den Menschen als Bestandteil der natürlichen Welt und besagt, dass jeder Mensch ein direkter Nachfahre mythischer Vorfahren ist, die das Land (und alle Lebewesen) erschufen. Somit lebten die Aborigines in absolutem Einklang mit ihrer Umgebung, da jeder Felsen oder Baum für sie eine bestimmte Bedeutung hatte und einen Teil ihrer Identität darstellte. Trotz diesem Glauben brannten sie regelmäßig ihre Jagdgründe ab, da sich die dichten Urwälder Australiens nur sehr schlecht zum Jagen eigneten. Die 300 000 Aborigines sahen sich nicht als ein Volk, sondern waren in etwa 500 Gruppen (oft auch Stämme genannt) aufgeteilt, die durch das ganze Land zogen und 300 teilweise völlig voneinander unterschiedliche Sprachen und Dialekte sprachen.

Entdeckung und erste Besiedlung Australiens
Schon in der Antike vermuteten griechische und römische Philosophen ein südliches Land („terra australis“). Da sie keine wirklichen Beweise für eine solche Existenz besaßen war das wichtigste Argument die Annahme eines Gleichgewichts der Massenverteilung der Kontinente zwischen Nord und Süd. Erst 1616 kam es nach mehreren ungewollten Annäherungen mit dem australischen Kontinent (z.B. durch Strandungen) bei der Entdeckungsreise der Holländer Jan Houtman und Dirk Hartog zur Entdeckung der Südwestküste Australiens, die sie Neu- Holland nennen.
26 Jahre später- 1642 wurde dann von Abel Janszon Tasman die Insel
Tasmanien entdeckt, die er damals Van Diemen’s Land taufte. Jedoch schien diese Entdeckung nicht von großer Bedeutung zu sein, da das Land als unbrauchbar beschrieben wurde. Auch der Bericht von William Dampier, einem ehemaligen Pirat und 1688 erster britischer Besucher, stützte diese Annahme.
Trotzdem entsandte Großbritannien (insbesondere die Royal Society- die renommierte wissenschaftliche Gesellschaft in London) im Jahr 1768 Captain James Cook um endlich das Geheimnis der terra australis zu lüften. So gelangte Cook 1770 an die Ostküste Australiens und ging am 28. April mit seinem Schiff „HMS Endeavour“ in der Botany Bay (beim heutigen Sydney) vor Anker. Er taufte die Region New South Wales (NSW) und nahm sie für die englische Krone in Besitz, obwohl man mit den eigentlichen Besitzern Australiens, den Aborigines, weder über die Aneignung des Landes verhandelt hatte, noch irgendwelche Verträge mit ihnen abgeschlossen hatte. Diese Tatsache führte besonders in der zweitem Hälfte des 20. Jahrhunderts zu gewaltigen Auseinandersetzungen.


Gründung Sydneys
Am 26. Januar 1788 gründete der erste Gouverneur von New South Wales, Arthur Phillip an der Bucht Sydney Cove am Naturhafen Port Jackson die erste britische Kolonie in Australien. Dieser Anfang der Besiedlung Australiens wird heute mit dem Nationalfeiertag Australia Day gefeiert. Um das neu erworbene Land schnell zu besiedeln und zudem die überfüllten Gefängnisse Großbritannien zu entleeren, wurde die Siedlung zuerst als Verbannungsort für britische Sträflinge genutzt. (Nachdem die amerikanischen Staaten 1783 unabhängig geworden waren konnten diese nämlich nicht mehr nach Amerika abgeschoben werden und die neue Siedlung in Australien eignete sich gut um das „Mutterland“ zu entlasten.) So entsandte die britische Regierung 1788 die erste Flotte mit elf Schiffen, die mit 718 Sträflingen und 211 Soldaten das Festland erreichte. Von diesem Tag an wurden immer wieder unter katastrophalen Bedingungen Strafgefangene nach Australien transportiert. Die Überfahrt mit dem Segelschiff dauerte je nach Wetterlage vier bis sechs Monate. Auch sonst hatten die Gefangenen keine Rechte. So betrug die Strafe oftmals nur vier oder fünf Jahre, aber trotzdem war die Hoffnung das eigene Heimatland noch einmal wiederzusehen nur äußerst gering. Nach ihrer „Haftzeit“ wurden die Meisten als billige Arbeitskräfte den Farmern oder Unternehmern zugewiesen. Aber auch für die anderen Siedler waren die Lebensbedingungen in den ersten zwei Jahrzehnten äußerst schlecht. Es herrschten Hungersnöte und die Siedler waren erbost über die Diktatur der Militärgouverneure, die fast über absolute Macht verfügten. Die Aborigines wurden vertrieben oder sogar getötet oder starben an, von den Siedlern, eingeschleppten Krankheiten. Die Region um die Sydney Cove war landwirtschaftlich kaum nutzbar und so besserte sich die Situation erst als die Siedler knapp ein Jahr nach ihrer Ankunft den Parramatta (in der Sprache der Aborigines: „Kopf des Flusses“) entdeckten. Dort konnten die Siedler endlich Weizen, Mais und andere Feldfrüchte anbauen.

Geographische Lage
Sydney liegt im Südosten Australiens, dem kleinsten Kontinent und zugleich Insel. Der natürliche Hafen Port Jackson bildet den Hauptarm der am Pazifischen Ozean gelegenen Stadt. Außerdem zweigen von ihm noch weitere Meeresarme ab. Die gesamte Region der Stadt (mit Vororten) reicht von den Blue Mountains im Westen bis zum Pazifik im Osten und vom Hawkesbury River im Norden bis zur Botany Bay im Süden. Australien ist in fünf Bundesstaaten eingeteilt. Sydney liegt im Staat südöstlichen Staat NSW.

Klima
Sydney liegt in der subtropischen Zone; das Klima ist jedoch wegen der Nähe zur Küste abgemildert (maritimes Klima). Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 17, 9 Grad Celsius. Da in Australien die Jahreszeiten umgekehrt zu Europa verlaufen werden in Sydney in den Monaten Januar und Februar die höchsten Temperaturen gemessen (durchschnittlich 22,2 Grad Celsius). Doch auch im kältesten Monat (Juli) beträgt die Durchschnittstemperatur noch 12,1 Grad Celsius. Die Temperatur sinkt selten unter fünf Grad Celsius und Schnee ist in Sydney noch nie gefallen.

Einwohnerentwicklung
Von der Zeit an als die Aborigines noch alleine Australien besiedelten bis heute zur Zeit der Weltmetropole Sydney steigt die Bevölkerung immer weiter stetig an. Schon 1800 war das Gebiet rund um Sydney dank des angenehmen Klimas (mediterran) und der Möglichkeit zum Anbau diverser Feldfrüchte im Vergleich zu anderen Gebieten Australiens dicht besiedelt. Es wird geschätzt, dass ein Ureinwohner im Raum Sydneys 1,25 km² für sich beanspruchen konnte; im heißen und trockenen Zentralaustralien dagegen blieben einer einzigen Person 90 km². Die ersten weißen Siedler konnten zwar wegen dem im Sommer äußerst trockenem Boden ihre Nahrungsvorräte anfangs nicht sichern, aber dies wurde ab 1792 damit kompensiert, dass Offiziere große Teile des Landes zugeteilt bekamen, auf denen sie Farmen mit einem dazugehörigen Land von durchschnittlich 208 ha errichteten. Billige Arbeitskräfte waren auf diesen Farmen die Sträflinge, die als Lohn Geld und Kleidung vom Staat bekamen. Aus diesem Grund und weil kontinuierlich neue Sträflinge nach Sydney gebracht wurden stieg die Bevölkerung rasch an. Durch die vielen neuen Arbeitskräfte konnte auch die Viehzucht erweitert werden und so kam es, dass die Kolonie NSW als Rohstofflieferant (insbesondere Wolle) für die englische Fabrikindustrie diente. Von 1787 bis 1849 wurden insgesamt 81 613 Sträflinge nach NSW gebracht. Durch diese konnten die Weidegebiete weiter ins innere des Landes ausgedehnt werden, wo man lichte Waldweiden vorfand, die für die Schafhaltung optimal waren. Der Wollexport erlebte zu dieser Zeit eine enorme Steigerung. Durch diese günstigen wirtschaftlichen Entwicklungsperspektiven angezogen kamen nun auch in großen Mengen freie Siedler nach Neusüdwales. Diese stammten anfangs ausschließlich aus Großbritannien, wenige Jahre später folgten Auswandererschiffe aus Hamburg und Bremen. Die Bevölkerungssituation veränderte sich jedoch noch einmal drastisch als 1851 in Neusüdwales Gold entdeckt wurde. Hunderttausende wurden von dem wertvollen Metall angelockt, das ein Leben ohne weitere Arbeit ermöglichen sollte. Obwohl die meisten Goldsucher kaum die Absicht hatten länger als bis zum ersehnten Goldfund in Australien zu bleiben, blieben sehr viele gezwungenermaßen im Land. So stieg zum einen die Bevölkerungszahl in nur einem Jahrzehnt auf das Doppelte an und des weiteren änderte sich auch die Bevölkerungszusammensetzung. Es kamen nicht mehr nur Engländer und wenige Europäer, sondern Menschen verschiedenster Herkunft, am meisten jedoch Chinesen. Die Regierungen der einzelnen Kolonien förderten außerdem die Einwanderung mit staatlichen Subventionen um bevölkerungsmäßig und so auch wirtschaftlich voranzukommen. Ein letzter Höhepunkt der Einwanderung wurde von 1880 bis 1885 erreicht, als viele Europäer nach Australien übersiedelten, da eine wirtschaftliche Rezession Europa heimsuchte. Anfang des 20ten Jahrhunderts wurde eine neue Schutzzollpolitik eingeführt, die die Arbeits- und Lebensbedingungen äußerst reizvoll werden ließen. Diese White Australia Policy untersagte es, Personen aus Asien (und insbesondere China) sich in Australien anzusiedeln. So sollten Niedriglöhne durch allzu billige Arbeitskräfte aus dem Ausland verhindert werden. Durch die „verbesserten“ Lebensbedingungen angelockt kamen zwischen 1906 und 1914 ca. 150.000 Briten nach Sydney. Danach sieg die Bevölkerungszahl Sydneys zwar weiter an, jedoch war der Wachstumsfaktor nicht mehr so groß wie noch in den Jahren zuvor. So lautete die Devise nach dem ersten Weltkrieg „populate or perish!“ (Bevölkern oder untergehen), denn zum einen gab es die aus der Kriegserfahrung mit Japans Militärmacht 1942 entstandene Angst vor dem bevölkerungsreichen Asien und außerdem waren hunderttausende Bewohner des zerstörten Europas bereit zum auswandern. So stieg die Bevölkerung innerhalb lediglich 12 Jahren um 500.000 auf 1.750.000 Einwohner. Es folgten in den 50er und 60er Jahren weitere Flüchtlingswellen aus Ungarn und der Tschechoslowakei und nach dem Auflösen der rassistischen White Australia Policy
(inoffiziell 1966/offiziell 1973) auch wieder Einwanderer aus Asien. Die ersten waren Flüchtlinge aus dem Libanon; dann folgte eine große Anzahl Vietnamesen. Außerdem fanden in den 70er Jahren viele Flüchtlinge aus Chile und Lateinamerika in Sydney eine neue Heimat. Seit dieser Zeit ist Sydney auch wegen der vielen vorhandene Arbeitsplätzen und anderen im weiteren Textverlauf noch deutlich aufgezeigten Aspekten ein gefragter Wohnort. So hat sich die Bevölkerung Sydneys (vorwiegend durch Einwanderer) von 1954 von 1.863.000 auf 3.774.894 (allein in der sogenannten „urbanized area“- die Bevölkerung in der gesamten Metropolregion beträgt schon 4.394.585 Einwohner) verdoppelt. Seit ca. zehn Jahren ist die Einwanderung von den Faktoren Ausbildung, Verbindung zur Familie und diversen humanitären Gesichtspunkten abhängig. Hauptsorge ist die zunehmend ungleichmäßige räumliche Verteilung der Einwohner. 85 % der Australier wohnen in den Großstädten der Einzelstaaten und die meisten davon in der größten Stadt: Sydney. Zum Schutz der weit verstreuten Einzelsiedlungen will man die Landflucht bremsen und zudem eine allzu starke Ansiedlung im Großraum Sydneys zu verhindern.

Stadtentwicklung

Stadtviertel
Als erstes muss natürlich der als Sträflingskolonie gegründete und somit älteste Stadtteil Sydneys, The Rocks, genannt werden. In diesem kann man bis heute noch viele historische Gebäude wie z.B. Häuser von Sträflingen oder einen Platz, der ursprünglich vom Zoll genutzt wurde. Die Innenstadt Sydneys wird dominiert von hohen Bürogebäuden, die die Skyline amerikanisch wirken lassen. Die Stadtviertel rund um die Innenstadt, heute gefragte Wohnbezirke, waren um 1900 noch praktisch Slums mit überalterten Fabriken und Werkstätten sowie dunklen, feuchten Reihenhäusern, in den Sydneys Arbeiterklasse wohnte. Die vielen Einwanderer in der Nachkriegszeit veränderten Sydney grundlegend. In dieser Zeit wurden unglaublich viele Bürohäuser und Wolkenkratzer gebaut und die angrenzenden Bezirke wurden langsam saniert. Da jedoch der Wohnraum immer knapper wird ersetzen enger zusammenstehende, zweistöckige Townhouses oder Apartmentblocks die Einfamilienhäuser.
Außerdem interessant sind noch die Studentenviertel Glebe und Newtown, die zentralen Viertel Surry Hills, Darlinghurst und Paddington, das Rotlichtviertel Kings Cross, die angrenzenden Stadtteile Woolloomooloo, Potts Point und Elizabeth Bay und die am Meer gelegenen und deshalb sehr teuren Viertel Double Bay, Rose Bay und Watson’s Bay.

Infrastruktur
Ganz Australien ist flächenmäßig ungefähr so groß wie Europa. Somit sind auch die Entfernungen zwischen den großen Städten Australiens sehr groß: Von Sydney bis nach Brisbane müssen 1000 km zurückgelegt werden und auch die Strecke zwischen Melbourne und Sydney beträgt stolze 800 km. Besonders die riesigen Entfernungen im nur dünnbesiedelten Landesinnern und die extreme Bevölkerungskonzentration auf einem schmalen Streifen entlang der Küste prägen das Verkehrswesen. So sind zum Beispiel die Straßen im Landesinnern oft nur äußerst schlecht befahrbar; insgesamt hat Australien jedoch (im Verhältnis zur relativ geringen Einwohnerzahl) ein dichtes Verkehrs- und Flugnetz, sowie einen hohen Motorisierungsgrad. Die meisten größeren Städte werden durch das Schienennetz des Verbandes Rail Australia verbunden. Die Eisenbahnen fahren jedoch im regelrechten Schneckentempo und eine Fahrt im Liegewagen ist zu dem verhältnismäßig teuer, sodass der größte Teil der Reisenden eine Fahrt mit einem der preiswerteren Langstreckenbusse (oftmals komfortabel ausgestattet mit breiten,
gepolsterten Sitzen, Toiletten, Klimaanlage und Videogeräten) bevorzugen.

Infrastruktur Sydney
Die erste Straße Australiens wurde zwischen 1789 und 1791 auf der Strecke von Sydney nach Parramatta angelegt. Ab 1810 wurden dann immer weiter neue Straßen gebaut, beziehungsweise ausgebaut oder verbessert, dabei auch eine Straße durch die Blue Mountains nach Bathurst und 1835 zwischen Sydney und Melbourne. Diese sogenannten „Straßen“ waren oft nur Feldwege mit unzähligen Schlaglöchern, doch während des Goldrauschs wurden bessere Straßen benötigt und schließlich auch angelegt. Mittlerweile ist vor allem in und um Sydney ein unglaubliches Straßennetz entstanden, denn Australien ist ein „Autoland“; auf 1000 Einwohner kommen 606 Pkw. Das liegt in Sydney im besonderen daran, dass die meisten Einwohner in den Vororten Sydneys wohnen, jedoch jeden morgen zu ihrem Arbeitsplatz im Zentrum fahren müssen. Und öffentliche Verkehrsmittel sind bei derartigen Entfernungen oft Zeit raubend. Zudem kommen die, besonders in der Rushhour häufig auftretenden, Staus im Stadtinnern. Denn das Transportnetz in Sydney ist zwar gut, wurde dem unglaublichen Bevölkerungswachstum der letzten Jahre jedoch nicht in erforderlichem Maße angepasst. Das beliebteste und billigste öffentliche Verkehrsmittel ist in Sydney weiterhin der Bus. Durch die vielen verschiedenen Busrouten sind, besonders in der Innenstadt, alle wichtigen Bereiche ausreichend abgedeckt, jedoch kommt es wie eben schon erwähnt sehr häufig zu durch Staus bedingte Verspätungen. (Auch gibt es spezielle Busrouten zu verschieden Stränden, wie zum Beispiel dem Bondi Beach, die eingeteilten Busse fahren dann nur ein paar Mal am Tag diese Strecke ab.) Um dieses Problem zu lösen gibt es seit 2000 auch wieder eine Straßenbahn in der Innenstadt von Sydney. Außerdem verkehrt eine vielgenutzte Schnellbahn zwischen der Innenstadt und den mittlerweile dicht besiedelten Außenbezirken und bringt somit jeden Tag die in der City angestellten Berufstätigen zur Arbeit. Des weiteren hat die Fertigstellung des Western Motorway zwischen Penrith und Strathfield, des Eastern Distributor zwischen dem Flughafen und dem Norden sowie des Harbourtunnels zur Verkehrsentlastung beigetragen, aber es gibt immer noch einige Engpässe. An der Küste verkehren ab Circular Quay (dicht bei der Oper gelegen) Fähren, die nahezu alle Orte am Hafenbecken ansteuern. Viele dieser Fähren haben sich jedoch besonders auf Hafenrundfahrten für Touristen spezialisiert. Als Letztes nennenswert wäre dann noch der Kingsford Smith Flughafen, der sich in Mascot (etwa 8 km südlich der Innenstadt) befindet. Dieser lässt sich per Bus, Bahn oder Taxi erreichen. In Sydney landen die meisten Maschinen, die aus dem Ausland nach Australien kommen und Sydney bietet außerdem Anschlussflüge in die meisten Länder Asiens, Europas sowie Nord- und Südamerikas. Im Gegensatz zu dem insgesamt gut ausgebauten Verkehrsnetz gab es in den letzten zwanzig Jahren immer wieder Probleme mit der Trinkwasserversorgung und der Abwasserentsorgung. 1992 kam es durch das bis dahin nur behelfsmäßig verbesserte Kanalisationssystem zu einer derartigen Verschmutzung der Küstengewässer, dass sich viele Strände Sydneys nur noch zum Sonnenbaden eigneten. Mitte 1998 gab es dann einen weiteren Vorfall: Das Leitungswasser der gesamten Stadt war für einige Tage so stark durch gefährliche Bakterien verseucht, dass man sich selbst die Zähne nur noch mit abgekochtem Wasser putzen sollte um eine Infektion zu verhindern.

Sydney Harbour Bridge
Schon im Jahr 1885 waren sich die Bewohner Sydneys einig, dass eine Querung des Hafens notwendig ist. Mit dem Bau der Sydney Harbour Bridge wurde jedoch erst 1924 nach langjähriger Planung begonnen. Als Vorbild diente dem
Brückenbauingenieur John Job Crew Bradfield die New Yorker Hell Gate Bridge. 1932 wurde die Brücke nach 7 Jahren und 356 Tagen fertig gestellt. Die Kosten betrugen über 10 000 000 Pfund. Die Spannweite der Sydney Harbour Bridge beträgt 503 Meter; es sind 52 800 Tonnen Stahl verarbeitet worden, davon allein im Bogen 39 000 Tonnen.
Dies macht sie zur schwersten und gleichzeitig längsten Bogenbrücke der Welt. Mit einer Breite von 49 Metern ist sie außerdem die „Breiteste Brücke mit langer Spannweite“ (Guinness Buch der Rekorde, 2004). Seit der offiziellen Eröffnung am 19. März 1932 stellt die Sydney Harbour Bridge die Hauptverbindung zwischen Sydneys Nord- und Südküste über den Hafen von Sydney dar. Für den Verkehr vorhanden sind insgesamt acht Straßenspuren, zwei Bahngleise, ein Fahrradweg und ein Fußweg. 1992 passierten 182 000 Fahrzeuge täglich die Brücke. Diese Zahl sank jedoch nach dem Hafentunnelbau 2000 auf nur noch 161 000 Fahrzeuge pro Tag. (Vor Fertigstellung der Brücke nutzten täglich ca. 40 000 Fahrzeuge die Fähren.)
Von den Bewohnern Sydneys wird diese Brücke „Coat Hanger“ (auf deutsch: Kleiderbügel) genannt und viele legen großen Wert darauf eine Wohnung mit Blick auf die Harbour Bridge zu besitzen.
Des weiteren ist es seit 1998 möglich die Brücke beim „Bridge Climbing“ zu besteigen. Nach mehrstündiger Anweisung können die Besucher gesichert den Ausblick von der Harbour Bridge auf die Skyline genießen.

Wirtschaft
Noch 100 Jahre nach Gründung der Kolonie Sydney war die Wirtschaft weitest gehend
durch Landwirtschaft bestimmt. Exportschlager waren Wolle, Weizen und Fleisch. Um die Produktion zu steigern, wurde die Bewirtschaftung stark intensiviert. Dies führte jedoch zu starken ökologischen Schäden und somit großen Ertragseinbußen. Seit mehr als einem Jahrzehnt gibt es außerdem kaum noch Ausweitungsmöglichkeiten für die australische Landwirtschaft. Der Weizenertrag von NSW sank von 1994 bis 1995 von
5 086 000 auf 764 000 Tonnen. Der Anteil des Agrarsektors am Bruttoinlandsprodukt ist extrem rückläufig.
Durch die besonders einseitige Begünstigung der Großstädte entwickelte sich Sydney ab 1940 zum größten Industriestandort in NSW. Mehr als 75% der herstellenden Industrie war dort angesiedelt und so arbeiteten 1950 ca. 75% der Bevölkerung Sydneys im sekundären Sektor. Hier boten die gut ausgebaute Infrastruktur (Fluglinien, Eisenbahnen, Straßen) und das Bevölkerungspotenzial günstige Produktions- und Absatzbedingungen. Da außerdem in unmittelbarer Nähe Stein- und Braunkohle gefördert wurde war die Versorgung mit Energie kein Problem.
Trotzdem sank die Zahl der Beschäftigten in den letzten 20 Jahren erheblich. Dies kam zum einen dadurch, dass z.B. durch den hochtechnisierten Abbau im Bergbau kaum noch Arbeiter benötigt wurden. Dazu kommt, dass die Industrie in Australien nur in den großen Städten konzentriert ist. Die großen Distanzen zwischen diesen Städten führten zu den Bemühungen eine möglichst eigenständige wirtschaftliche Versorgung in den Staaten zu erreichen. Damit wurden zwar Transportkosten vermieden doch die meist kleinbetrieblichen Strukturen waren auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig. So war z.B. eine kostengünstige Massenproduktion nicht möglich. Dies lässt sich sehr klar an der Automobilindustrie belegen. Zur Produktion eines Automobils benötigte Australien 1990 40 Stunden, in Japan nur 17 Stunden. Von den ehemals 14 Autoproduzenten waren 1990 nur noch Ford und General Motors übrig.
Der einzige Sektor, der noch Wachstumstendenzen zeigt, ist somit der tertiäre Sektor. Mittlerweile arbeiten 80% der Einwohner Sydneys im Dienstleistungssektor. Die Stadt ist Australiens Finanzzentrum, da 65% des australischen Finanzsektors hier angesiedelt sind, u.a. auch die Australische Börse. Zu den internationalen Unternehmen, die sich in Sydney angesiedelt haben gehören British Telecom, News Corporation, Coca-Cola und American Express.
Wegen Sydneys guter Infrastruktur für Freizeit und Erholung, des angenehmen Klimas, der zahlreichen Sehenswürdigkeiten und dem Stand der Weltmetropole werden jedes Jahr mehr Touristen (vor allem aus Nachbarstaaten und Europa) erwartet. Im Jahr 2000 erfuhr die Tourismusbranche durch die Olympischen Spiele eine Hochkonjunktur und erzielte Einkünfte von ca. sieben Milliarden australischen Dollar. Außerdem haben die Olympischen Spiele das Ansehen Sydneys in der Geschäftswelt verbessert.
Australiens Bruttoinlandsprodukt steigt jährlich um 3,8%; dies ist deutlich mehr als z.B. in den USA.

Kultur und Freizeitangebot
Sydney ist innerhalb Australiens mit fast 3,9 Millionen Einwohnern die größte Stadt. Mittlerweile wird Sydney zu den schönsten und schillerndsten Städten der Welt gezählt und längst auch als Weltmetropole bezeichnet. Das, was Sydney so einzigartig werden lässt ist besonders die Vermischung unzähliger verschiedener Kulturen. Es gibt griechische, italienische, chinesische, vietnamesische und indische Viertel und Gemeinden mit Bewohnern der Pazifik- Inseln, Spaniern, Afrikanern, Japanern und Libanesen, dazu Heiligtümer von Christen, Juden, Moslems und Buddhisten. Nicht zu vergessen sind außerdem die Aborigines und der Einfluss ihrer Geschichte auf die sonst so postmoderne Metropole. Trotz dieser Fülle an verschiedenen Traditionen kommt es nur selten zu Spannungen, denn zu den Grundsätzen der Sydneysiders (Bezeichnung für die Einwohner Sydneys) gehören Respekt, Toleranz und Verständnis für alle Rassen, Religionen und Überzeugungen. So findet jedes Jahr der spektakuläre „Gay and Lesbian Mardi gras“ statt, ein riesiger, farbenfroher und äußerst wilder Karnevalsumzug der Schwulen und Lesben in Sydney.
Dank des milden Winters und der insgesamt angenehmen Temperaturen spielen sich die meisten Freizeitaktivitäten unter freiem Himmel ab. Barbecues, Picknicks, Ausflüge zum Strand und Wassersport gehören zu den Lieblingsbeschäftigungen der Sydneysiders. Sehr beliebt ist dabei das Wandern; ob an der Küste, im Hafen oder in den abgelegenen Nationalparks der Stadt. Dieses „Leben im Freien“ fördert Ungezwungenheit und Freundlichkeit; weitere Aspekte, die ein friedliches Zusammenleben vereinfachen.
Geographisch ist Sydney eine relativ übersichtliche Stadt und so lassen sich die meisten Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erreichen.

Olympics 2000
Die Olympischen Spiele 2000 in Sydney sind ein gutes Beispiel um noch einmal alle Facetten der Weltmetropole aufzuzeigen. Die vom 15. September bis zum 2. Oktober dauernden Olympischen Sommerspiele waren nämlich nicht nur für die Sportler, sondern auch für alle Bau- und Planungsbehörden eine große Herausforderung. Schon Jahre vor der Austragung wurde damit begonnen die Stadt für dieses Event der Superlative vorzubereiten. So fasste das erst 1999 fertig gestellte, hochmoderne Olympiastadion, gelegen im Olympiapark in Homebush Bay, 110 000 Besucher, die Sydney für einige Wochen eine extreme Gewinnsteigerung im Bereich des Tourismus bescherten. Außerdem anwesend waren 10 200 Sportler aus aller Welt, sowie 50 000 freiwillige Helfer, die vor Ort im Einsatz waren. Da die Olympischen Spiele immer noch vor allem ein Medienereignis sind wurden schon 1995 die Fernsehrechte für eine Milliarde australische Dollar an die amerikanische Gesellschaft NBC vergeben. Und diese Investition sollte sich gelohnt haben: Am Abend des 15. Septembers verfolgten mehr als 3,5 Milliarden Fernsehzuschauer die Eröffnungsfeier im Olympiastadion. Die Stadt Sydney nutzte diese Medienpräsenz jedoch nicht nur um Profit zu machen, sondern setzte ebenso Zeichen. So war es die australische Ureinwohnerin Cathy Freeman (auch spätere Goldmedaillengewinnerin im 400- Meter- Lauf), die, auf einer gefluteten Plattform stehend, feierlich das Olympische Feuer entzündete. Dieses Symbol sollte zeigen, dass Australien die Werte der Aborigines achtet, die Ureinwohner vollständig in ihre Gesellschaft integrieren und als gleichberechtigt ansehen will. Denn obwohl diese gesetzlich gesehen schon längst die gleichen Rechte besitzen wie andere Bewohner Australiens, werden sie nur selten auch so behandelt. Des weiteren spielte während der Olympics der Umweltschutz eine enorme Rolle: Greenpeace beteiligte sich an der Konzeption um möglichst viele umweltschonende Maßnahmen durchführen zu können. So galt es besonders Abfall zu vermeiden: Recyclingmaterial sollte verwendet werden; Zum Beispiel wurden Tickets und das Pressematerial aus Altpapier hergestellt. Auch mit dem Wasser wurde sparsam umgegangen, unter anderem wurde das Restwasser ein zweites mal für die Toilettenspülung verwendet und sogar Licht und Belüftung waren weitestgehend natürlich. Insgesamt präsentierten sich die Olympischen Spiele als ausgesprochen friedlich, fröhlich, unweltbewusst und bunt, was den IOC- Generalsekretär Juan Antonio Samaranch sogar sagen ließ, es wären die besten Olympischen Spiele aller Zeiten gewesen. Sydneys Entwicklung zum Austragungsort der Olympischen Spiele wird am besten gefasst durch die multimedialen „Olympic Arts Festivals“, die vier Jahre lang Australiens Kunstschaffen in verschiedenen Themen darstellten: 1997 die Eingeborenenkunst der Aborigines, 1998 die Bereicherung der australischen Kunst durch die Einwanderer, 1999 die Verbindung des Fünften Kontinents zur übrigen Welt und 2000 schließlich mit australische Kunst und Unterhaltung für die Besucher. Die Olympischen Spiele zeigten also Sydney als freundliche, vorrausschauende Weltmetropole, die sich technisch „auf dem neusten Stand“ ist, aber trotzdem den beruhigenden Kleinstadtcharakter nicht verloren hat. Eine Stadt in der sich problemlos alte und neue Traditionen vermischen. Außerdem wurde so durch den Sport endlich Australiens multikulturelles Leben und Selbstbewusstsein ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit gerückt.

Zukunft Sydneys- Was ist geplant?
Sydney hat wegen des unglaublichen Bevölkerungswachstum längst seine alten Grenzen gesprengt und umliegende Städte und Gemeinden geschluckt. So ist z.B. Parramatta (19 km westlich gelegen) heutzutage ein Vorort Sydneys und selbst aus Wollongong, das immerhin stolze 89 km südlich gelegen ist, fährt jeden Morgen ein Großteil der Bevölkerung nach Sydney zur Arbeit. Und auch aus den Blue Mountains kommen viel Angestellte täglich in die City. Da mit fünf Millionen Einwohnern mittlerweile 2/3 der Bevölkerung von NSW in der Region Sydney lebt ist die Regierung besonders seit den letzten Jahren darauf bedacht, die Stadt nicht noch größer, bevölkerungsreicher und damit mächtiger werden zu lassen. Außerdem soll die zunehmende Landflucht gestoppt werden.
Auch die Infrastruktur wird weiterhin der extremen Bevölkerungsdichte angepasst. In den letzten Jahren sind immer neue Strecken zum City-Rail-Netz hinzu gekommen, wie z.B. extra für die Olympischen Spiele Strecken zum Kingsford-Smith-Flughafen und zum Sydney Olympic Park. Außerdem wird voraussichtlich 2008 eine unterirdische Strecke zwischen den Bahnhöfen Chatswood und Epping eröffnet. Diese soll die Anfahrt zur Macquarie University für Studenten vereinfachen.
Da die Rohstoffe Australiens noch lange nicht erschöpft sind, wird die Wirtschaft auch weiterhin prosperieren. Und Sydney bleibt dank der immer besser ausgebauten Infrastruktur Hauptumschlagsplatz vieler Waren. Da Australien jedoch den Hauptteil aller produzierten Waren nach Japan, Südkorea und Neuseeland exportiert ist der Staat mit seinen großen Rohstoffexporten von der Wirtschaftlage dieser Länder abhängig und so kann eine weitere Steigerung des Bruttoinlandsprodukts nicht nur durch Exporte gesichert werden. Eine weitere immer wichtigere Geldquelle in Sydney ist die Tourismusbranche. Die Möglichkeiten vielseitiger Freizeitaktivitäten an der Küste führen dazu, dass vorhandene Touristensiedlungen ausgebaut werden und neue entstehen. Für die Auslastung von Hotels und anderen touristischen Einrichtungen ist es besonders vorteilhaft, dass die Australier und die ausländischen Besucher etwas abweichende Schwerpunkte in der Jahreszeitlichen Verteilung haben. Um mehr Profit aus dem Tourismus zu gewinnen werden neue Konzepte entwickelt und neue touristische Attraktionen erschlossen. So soll der sogenannte „Öko-Tourismus“ gefördert werden für den es dank der riesigen Nationalparks gute Voraussetzungen gibt. Außerdem sollen die Aborigines stärker eingebunden werden und z.B. Führungen durch die Aboriginal Lands leiten. So werden mehr Touristen ins Land gelockt und Arbeitsplätze geschaffen. Hinzu kommt außerdem der Weltjugendtag 2008 in Sydney, bei dem Millionen Besucher erwartet werden und der touristisch gesehen an die Olympischen Spiele 2000 anknüpft.




Quellenangaben des Verfassers