ID Thema Fach Klasse Note Downloads
436 Wasser unter der Sahara Geographie 8 1 1021
Kurzbeschreibung
Wasser unter der Sahara ist eine Million Jahre alt
Inhalt des Referats
[b]Wasser unter der Sahara[/b] Das Wasser tief unter der Sahara ist bis zu einer Million Jahre alt. Es fließt mit einer Geschwindigkeit von einem bis zwei Metern pro Jahr im sogenannten nubischen Aquifersystem nordwärts - einem Leitungssystem, dass sich unter der Wüste von Ägypten, Libyen, Tschad und dem Sudan erstreckt. Das berichtet ein Forscherteam in der Fachzeitschrift "Geophysical Research Letters". Vor vielen Jahrtausenden war die Sahara ein blühender, fruchtbarer Landstrich mit Seen und Tümpeln. Heute legen noch unterirdische Wasservorkommen Zeugnis von dieser Vergangenheit ab. Wie alt das Wasser in diesem Reservoir tatsächlich ist und ob oder wohin es fließt, war bislang nicht bekannt. Um diese Fragen zu klären, nahm das internationale Team um Roland Purtschert von der Universität Bern an verschiedenen Stellen des nubischen Aquifersystems Proben und untersuchte sie. Die Forscher nutzten aus, dass sich in Oberflächenwasser immer ein Teil der Umgebungsluft mit allen drin enthaltenen Elementen löst. Dazu gehören auch geringe Mengen einer extrem seltenen radioaktiven Erscheinungsform des Edelgases Krypton, das sich durch kosmische Strahlung innerhlb der Atmosphäre bildet. Auf eine Billion Krypton-Atome kommt im Schnitt nur ein einziges dieses so genannten Isotops Krypton-81. Innerhalb von 229.000 Jahren, der so genannten Halbwertszeit des radioaktiven Materials, zerfällt die Hälfte der Krypton-81-Atome. So konnten die Forscher aus der Menge des Krypton-81 in ihren Wasserproben auf das Alter des Wassers schließen. Mithilfe einer neuen, lasergestützten Methode zählten die Wissenschaftler dabei einzelne Krypton-81-Atome in ihren Proben. Sie stellten dabei fest, dass sich das Wasser sehr langsam nach Norden bewegt: Die südlicheren Proben waren etwa 200.000 Jahre alt, während die nördlichsten ein Alter von ungefähr 1.000.000 Jahren aufwiesen. Dies sei das erste Mal, dass es gelungen sei die seltenen Isotope für eine solche Altersbestimmung zu nutzen, schreiben die Forscher. Sie hoffen nun, mit ihrem Verfahren auch Gletscher-Bewegungen und Seewasser-Zirkulationen nachvollziehen zu können.
Quellenangaben des Verfassers
http://www.prosieben.de