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980 Rohstoffe von Sibirien Geographie 8 1 3788
Kurzbeschreibung
Rohstoffe von Sibirien
Inhalt des Referats
Sibirien besitzt zweifelsfrei ein gewaltiges Potential an Rohstoffen: Von allen Ländern der Welt verfügt es über die größten Vorräte an Bodenschätzen. Besonders reich sind die Vorkommen an Energierohstoffen. Da man u.a. auch aufgrund der finanziellen Situation Russlands auch im Jahre 2000 noch immer nicht die genauen Vorräte der einzelnen Reichtümer nachweisen kann, können die Experten nur grobe Schätzungen abgeben. Man schätzt etwa ein Drittel der weltweiten Kohlevorräte auf Sibirischem Gebiet, die Gold und Diamantenvorkommen im Osten Russlands sind mit denen Südafrikas vergleichbar. Die Erdgasvorkommen übertreffen die der Vereinigten Staaten weit, die vorhandenen Ölfelder in der Ural-Wolga-Region im westlichen Sibirien besitzen ähnliche Ausmaße wie die Felder der Arabischen Halbinsel. Der gigantische Waldreichtum steht den Tropischen Gebieten in Südamerika, bzw. Brasilien in nichts nach. Die ungeheuerlich großen Fischgründe Sachalins sind mit denen Neufundlands nicht vergleichbar. Darüber hinaus besitzt Sibirien die weltweit größten Reserven an Kohle, Eisenerz, Mangan, Blei, Nickel, Kobalt, Wolfram, Molybän, Bauxit, Antimon, Schwefel und Asbest. Auch seltene Metalle wie Platin und Titan sind in großen Mengen vorhanden. Die maximalsten Vorräte besitzt Sibirien mit 90 % der weltweiten vorkommen an Uran... Diese „kleine“ Aufzählung an Rohstoffen könnte an dieser Stelle noch um weitere Seiten fortgeführt und intensiver behandelt werden, was aber den Rahmen eines Kurzreferates total sprengen würde. Eine weitere Definition ist allerdings nicht nötig, da schon die oben aufgeführten Beispiele einen ausreichenden Beleg für die Reichtümer Sibiriens bieten. Trotz des oben erwähnen Reichtums an den verschiedensten Rohstoffen gibt es erhebliche Probleme bei Gewinnung und Verarbeitung: Die größten Teile liegen in unzugänglichen Gebieten, die noch nie von Menschenfuß betreten wurden. Tausende Kilometer von größeren Städten entfernt, es gibt keine Verkehrsverbindungen. Für die Wirtschaftlichkeit der Förderung sind aber auch verschiedene Eigenschaften wie z.B. die Verbindungs- und Entfernungswege zwischen Abbau- und Verarbeitungsstandort und dem Abnehmer der Waren bedeutend. Zudem steht mit dem sibirischen Klima ein weiteres Problem an: Durch die hohen Minustemperaturen im Winter, die im extremen bis zu –60°Celsius erreichen ist die Nutzung des Wasserstraßen nur zwischen Juni und August möglich. Aber nicht nur die Wasserwege vereisen. Auch der Boden selbst, wird hart wir Beton, so dass der Rohstoffabbau nur mit modernster Technik möglich ist. Außerdem muss zu jeder neuen Abbauregion eine gut funktionierende Infrastruktur geschaffen werden. Die unbedingt notwendigen Vorraussetzungen für den Abbau der Rohstoffe können von der russischen Regierung aufgrund der finanziellen Lage des Landes nicht geschaffen werden. Die wenigen Finanzmittel werden in die falschen Dinge investiert. Diese Strategie Russlands führt nicht zum erfolg – Die einstige Weltmacht wird von Jahr zu Jahr ärmer und das internationale ansehen sinkt. Man verschafft sich somit eigene Probleme, die verhindert werden können. Mit dem Abbau und Verkauf von Bodenschätzen könnte sich Russland stabilisieren - Doch alleine scheint dies unmöglich. Russland benötigt Hilfe von außen, um das Potenzial Sibiriens auszuschöpfen. Man sollte eine Menge Geld in die Projekte in und um Sibirien hineinstecken, bis man Profit und Erfolge erzielen kann. Dieses Geld hat Russland nicht. Man muss es sich deswegen zur Aufgabe machen, ausländische Investoren für sich zu gewinnen. Bei den oben aufgeführten finanziellen Einschränkungen bleibt natürlich wenig Geld für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, wie z.B. den Umweltschutz. Schon von der Sowjetmacht wurden viele sibirische Industrieprojekte ohne Rücksicht auf die Umwelt durchgezogen. In vielen Gebieten Russlands kommt es wegen toxisch-industriellen Rückständen zu einer auffällig hohen Zahl von Lungenkrebserkrankungen, Atemwegsentzündungen, Augenkrankheiten und anderen Störungen. Aber die Umweltzerstörungen sind nicht nur am Menschen sichtbar. Durch katastrophale Emissionen von Aluminiumfabriken sind Autofahrer gezwungen, am hellen Tag mit Licht zu fahren. An anderer Stelle werden Straßen, Wiesen, Wälder, Flüsse und Bäche durch Erdöl, das aus defekten Pipelines austritt, verschmutzt. Einige Flüsse sind bereits von der Quelle an verschmutzt. Die Ursachen hierfür liegen hauptsächlich an der alten Technik. Viele Fabriken stoßen jährlich bis zu 900.000 Tonnen Abgase aus, da deren Standards noch auf denen der 50-er Jahre beruhen. Trotz dieser alarmierenden Anzeichen wird weiterhin Rücksichtslos nach Öl und Gas gebohrt, so dass in einigen Regionen bereits das ökologische Gleichgewicht bedroht ist. Sibirien hatte stark unter den langen Kriegen zu leiden. Nowaja Semlja und Semiplatatinsk wurden in den 50-er Jahren als Atomwaffentestgebiete genutzt. Auch in Kyschtym, wo vor einem halben Jahrhundert die erste Plutoniumfabrik errichtet wurde sind heute sämtliche Flüsse und Seen verstrahlt. Heute existieren noch insgesamt 9 militärische Reaktoren und zahlreiche Atomkraftwerke – Die restlichen Kraftwerke sind aufgrund der veralteten Technik durch tragische Reaktorunfälle explodiert! Auf Kosten der Umwelt und der Gesundheit der Menschen stieg die ehemalige UdSSR zur Supermacht auf. Die Lebenserwartung der Menschen sinkt von Jahr zu Jahr und glückliche Eltern findet man nur noch vereinzelt: Viele Kinder werden bereits mit chronischen Erkrankungen geboren. Die Liste der sich negativ auswirkenden Eingriffe in die Natur lässt sich beinahe ohne sichtbares Ende fortführen. Russlands Zukunft führt nicht an Sibirien vorbei. Es muss unbedingt gehandelt werden, denn Sibirien ist wichtiger denn je. Wurde der industrielle Aufbau der ehemaligen Sowjetunion in der Vergangenheit durch den Reichtum Sibiriens vor allem an Bodenschätzen und Wasserkraft begünstigt, ist Sibirien für Russland heute zur Notwendigkeit geworden.
Quellenangaben des Verfassers
www.sibirien.de.vu