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1858 Kultur und Gesellschaft im Kaiserreich Geschichte 9 1 1083
Kurzbeschreibung
KV über Alltagsleben und Kultur im Kaisereich
Inhalt des Referats
Gesellschaft und Kultur im Kaiserreich I. Gesellschaft: 1.1 Großbürgertum(Wirtschaftsbürgertum) - ihr gehörten Unternehmer, Industrielle, Großkaufmänner, Bankiers, hohe Beamte an - Ziel: Unterschied vom anderen Bürgertum durch luxuriösen Lebensstil (spezielle teure ausländische Artikel z.B. Holz, Früchte,...) sowie „Behaglichkeiten“ (mehrere Dienstmädchen) → Bildung war KEIN Statussymbol - dadurch Näherung mit Bildungsbürgertum aber keine Ineinanderübergehung, d.h. mehr Unternehmenssöhne mit bildungsbürgerlicher Laufbahn, nicht aber mehr Bildungsbürger in Wirtschaftskreisen - insgesamt Orientierung an Bürokratischer Monarchie - ab 1860 Interesse vom Adel am Militär ( Wunsch nach Reserveoffizier) - Macht auch in Verwaltung und Politik - Folge der „Aristokratisierung“: - Bau von schlösserartigen Villen, Erwerbung von Rittergütern - Kinder von Unternehmern besuchten getrennt vom anderen Bürgertum Schulen - Mitgliedschaft der Unternehmersöhne in Studentischen Corps  Ziel: Erhebung in Adelsstand 1.2 Bildungsbürgertum - Zugehörige: Professoren, Oberlehrer, Schriftsteller, Ärzte, Experten in Fachgebieten, Wissenschaftler/Forscher - Unentbehrlichkeit der Leute für Industrialisierung und wirtschaftliche Wachstum - Zuwachs zu dieser Gruppierung ab der Reichsgründung - Ersetzung des Wunsches nach Allwissen durch Wunsch nach Spezialwissen von Fachexperten 1.3 Mittelstand (Kleinbürgertum) - Anhänger: Handwerker, kleine Ladenbesitzer, Gastwirte, untere Beamte und später Angestellte (neuer Mittelstand) → breitste Gruppe der Bevölkerung - mit der Zeit Näherung an ungelernten Arbeitern bezüglich Arbeitszeit, Einkommen und Lebenslage (Ausnahme Angestellte) - „alter“ Mittelstand • politisch zu den Arbeitgebern • trotz sozialer Lage Versuch der Abgrenzung nach unten • wegen Wunsch nach Aufstieg, Versuch der Anpassung mittels Militär • aber auch eigene Abgrenzung durch andere Bevölkerungsgruppen - „neuer“ Mittelstand (Entstehung während 70er/80er Jahre) • Unterschicht und Kleinbürgern und Zugehörigkeit zu Arbeitgebern • unter Arbeitsteilung Übernahme von arbeitsvorbereitende, kontrollierende, koordinierende, kaufmännische und verwaltungsmäßige Funktionen • bessere soziale Lage durch größere Sicherheit am Arbeitsplatz, kürzere Arbeitszeiten und höhere Löhne als Arbeiter • politisch uneinheitlich • hier Schritt der Emanzipation der Frau möglich, eindringen der Frauen in Berufswelt • zukunftorientiert und bejahte den technischen Fortschritt • Lebensziel: nicht bloß belohnendes zu Konsumieren, sondern auch Spaß zu haben 1.4. Die Frauen - in Volkschulen Jungen und Mädchen in einer Klasse und allgemeine Benachteiligung der Mädchen - „Blaustrumpf“ Bezeichnung für eine über Küche und Kochtopf gebildete Frau - Alternative zur Volkschule „höhere Mädchenschulen“ → trotzdem keine berufl. Alternativen zur Hausfrau Organisation der Frauen - 1865 Gründung des „Allgemeinen Deutschen Frauenvereins“ - Forderungen der Frauenbewegung • in Bildung: Fortbildungsschulen für alle der Volksschule Entlassenen, Zulassung zu allen Hochschulen • in Berufstätigkeit: freie Entfaltung der Fähigkeiten, gleicher Lohn für gleiche Arbeit - Entwicklung: - ab 1901 Berufsausbildung der Frau - 1908 Mädchenschulreform (offizielle Gleichstellung von Mädchen und Jungen in der Schule/ Frauen als Gymnasiallehrer)  kaum Erfolg, da traditionelles Frauenbild „erhalten“ blieb II. Kultur: 2.1.Schule (Volksschule) - 1816 Schulbesuchsquote nur ca. 60 % der schulpflichtigen Kinder eine „niedrige Schule“ - schlechte Bedingungen im Bezug auf Bezahlung und Lehrmittel - Lesen, Schreiben, Rechen und die Religion vordergründige Lehrinhalte - Erlernung der Grundkenntnisse - 1850 Schulbesuchsquote bei ca. 90% - Lehrerausbildung zunehmend in staatl. Anstalten - Schule war Ländersache große Unterschiede zwischen ländlichen und industriellen Gebieten  großer Unterschied zwischen Stadt und Land Volksschule im Kaiserreich > Land: - keine Bezahlung der Lehrer vom Staat dadurch Lahrer meist Handwerker (=unausgebildet) - Unterricht meist in Werkstätten - kaum Unterrichtsmaterialien - Unterricht von mehreren Altersstufen im selben Raum >Stadt: - unsachgemäßer Unterricht in den Schulen - sehr schlechte Bezahlung der Lehrer Bsp. Preußen nach 1871: - Angelegenheiten der Volkschule staatlich geregelt  Schulbesuchsquote knapp über 90%  Schulaufsichtsgesetz (1872) Zurückdrängung des Einflusses der Kirche besondere Förderung der Schulen auf dem Lande (hier Mehrzahl der Schüler) in Städten Bau von Volksschulen ( Bevölkerungsanstieg) 1872 - neue Lehrpläne („Allgemeine Bestimmungen“) - Entwicklung der städtischen Schulen bis zur Achtklassigkeit - Erneuerung der Regelungen für Lehrerausbildungen - Vorschreibung für die Ausstattung im Klassenzimmer (Tafel, Schrank, Globus,...)  Umsetzung der Schulpflicht (1880) • Kosten übernahm Staat  Verbesserung der Lehrerbezahlung (1873 Staatl. Dienstalterzulagen, 1888 Gehaltszuschüsse)  dadurch konnte die Volksschule bis zur Jahrhundertwende landesweit eine Mindestausstattung an Kenntnissen und Fertigkeiten vermitteln Lehrerziel: - Ausbildung eines gehorsamen Untertan - Erziehung zu Patriotismus - Schule sollte konservativ-moralische Gesinnung vermitteln 2.2 Architektur: 2.2.1 Historismus (1850-1875/1905) - allgemeiner Rückbegriff auf ältere Stile und Versuch, historische Stile wieder zum Leben zu erwecken mit Hilfe von Neukombinierungen - Haltung: Betrachtung der Geschichte wichtiger als Entdeckung und Entwicklung neuer Systeme, neuer Formen der eigenen Zeit 2.2.2 Gründerstil - Kennzeichnung d. technischen Bauwerke, Wunsch ihre Funktion in einer architektonischen Hülle zu verbergen - geprägt durch die Baukunst (Städtebau) und Form des Interieurs, die den Geschmack eines zu Wohlstand gekommenen Bürgertums wiedergab und oft zu kitschigen Stilformen tendierte - z.B. auffällige Bahnhofsgebäude 2.2.3 Jugendstil (1890-1905/10) -Ziel: Betonung d. Lebendigkeit, Unverdorbenheit u. Abwendung von historischen zu zeitgenössigen Formen - wurde luxuriöser Stil des wohlhabenden Bürgertums - antihistorische kunsthandwerkliche Bewegung
Quellenangaben des Verfassers
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