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2076 italienischer Faschismus unter Mussolini Geschichte 12 13 7403
Kurzbeschreibung
Inhalt des Referats
Italienischer Faschismus unter Mussolini Definition: Allgemein: - Faschismus: ital. „fascio“ / lat. „fasces“ = Bund - „fasces“: ursprünglich Rutenbündel  trugen römische Liktoren in Antike als Zeichen ihrer Machtbefugnisse - Reihe von politischen Bewegungen und Systemen  Entstehung: Beginn 20.Jh. - Oberbegriff für autoritäres Regime - sozialen Wurzeln in naiv sozialistischen und syndikalistischer Ideenwelt - charakteristische Gemeinsamkeiten - antisemitisches und rassistisches Gedankengut - zahlreiche Theorien: Entstehungsursachen und Erscheinungsformen - Kommunisten/ Marxisten: faschistische Parteien durch wirtschaftliche Interesse von Kapitalisten, Willen durch faschistische Diktatur Machterhalt - Westen: Abwehrwillen gegenüber Kommunismus und Bolschewismus Italien: - autoritäre Herrschaft zwischen 1922 und 1945 - Orientierungspunkt: Vorbild – antike römische Weltreich - extrem nationalistische Herrschaftsform mit ausgeprägtem Führerkult - ersten Faschisten: zurückgekehrte Kriegsfreiwillige - Vorbild: politische Ordnung - Symbol: „fasces“ – Rutenbündel mit Beil -> Zeichen der Amts- und Gerichtsgewalt im antiken Rom Biographie Benito Mussolini: - 29.Juli 1883 - Sohn eines Dorfschmiedes - 1892: Internatsschule - 1901: Abschluss Ausbildung Grundschullehrer – Diplom Zutritt sozialistischen Partei Italiens (PSI) - 1902: Flucht vor Wehrdienst in die Schweiz - 1905/06: Rückkehr aus Amnestierung -> Militärdienst - 1906 – 1909: Grundschullehrer Engagement sozialistische Bewegung - 1909: Auslandskorrespondent – „El Popolo“ in Trient - 1910: Rachele Guidi + Kind - 1911: Ausrufung des Generalstreiks gegen ital. Eroberungskrieg in Libyen  5monatige Haft  bis 1915: 11mal Haft - 1912: Chefredakteur in Mailand bei sozialistischen Zentralzeitung „Avanti“ Juli: Berufung in Exekutivausschluss der PSI - 29.Juli 1914: Unterzeichnung des Anti – Kriegsmanifest seiner Partei Oktober: Forderung Teilnahme am 1.WK („Krieg ist die eigentliche Revolution“)  Ausschließung aus PSI  Verläßt Zeitung  Gründung nationalistischer „Popolo d`Italia“ - 1915: Soldat - 1917: Oberfeldwebel - 1919: Beteiligung Gründung „fasci di combattimento“ - 1920: Aufgabe auf parlamentarischen Weg zur Macht zu kommen - 1921: führender Politiker der Rechten - Oktober 1922: Marsch auf Rom - 29. Oktober 1922: Regierungsbildung durch M (auf Vorschlag des Königs) - 30. Oktober 1922: Ministerpräsident - 28. April 1945: Erschossen - Macht durch: Nachkriegssituation, Sympathie Armee, Polizei, ängstlicher König - beeinflusst durch: Friedrich Nitzsche ( Idee der Herrenmoral, Willen zur Macht) Pareto (Lehre von Eliten) George Sorel (Lehre von Gewalt, Streik, Krieg) - Präsentation „duce“ als Mann des Volkes ( Vater, Sportler, Arbeiter,..) - Wandelbare Prinzipien, häufige grundlegende Änderung politischer Haltung - Sozialistisches Können - in sozialistischen Kreisen beträchtlichen Ruhm - Charismatische Autorität - Konnte auf Art und Weise mit Volk reden Geschichtliche Entwicklung: Gründe für Entwicklung: - Folgen 1. WK  Enttäuschung der Bevölkerung - unerfüllte Territorialwünsche - Zusammenbruch des liberalen Systems - Gegnerschaft zwischen Königreich und Kirche - Defizite des parlamentarischen Systems - Sehnsucht nach Ordnungsmacht - Schlechte Arbeitsbedingungen, Löhne - Weigerung Eingreifens Regierung Giolitti in schweren Unruhen in Industrie und Landwirtschaft Anfang – Untergang: - 1919: Gründung „fasci Italiani di combattimento“ (ital. Kampfbünde) in Mailand  rechtsgerichtete Verbände von Kriegsteilnehmern  Forderung: autoritäre Ordnung, Revision der Friedensverträge - Gunsten - zuvor auch schon „fasci“ – vorwiegend mit linker, sozialrevolutionärer Stoßrichtung - Anschließen Menschen aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen - M. erst aktiv in radikalen linken – Wechsel recht  Fand wieder politische Basis  Linke Programm zu Ende  Anfang mit Worten, Gewalt gegen Sozialisten  Auffassung: Italien um Siege der Söhne betrogen wurden; Regierung die Verzichtfrieden dulden, absetzen - September 1919: Schriftsteller und Weltkriegskämpfer Gabriele D´Annunzio - Eroberung mit Privatarmee Fiume (heute Rijeka)  Führung von 15 Monaten einer Privatdiktatur  Schaffung ersten Modells eines faschistischen Staates  System mit korporativer Ordnung, Massenzeremonien, Faschismus vorwegnehmender Symbolik  Erfolg entschlossener Gewaltanwendung gab „fasci“ ungeheuren Auftrieb - erste Wahl 1919: kein Einzug ins Parlament - 1921: Gründung PNF („partito nazionale fascista“) aus „fasci“ 300.000 Mitglieder - Januar – Mai 1921: mehr als 200 Menschen bei Überfällen getötet - Mai – Wahlen 1921: 35 von 535 Parlamentsplätze - „fasci“1921/22: schnelles heranwachsen zur größten Massenbewegung I.  eher militärischer Stoßtrupp als Partei - in Rom Anzeichen für Bildung handlungsfähiger Regierung  Wille Beendigung Aufstieg der Faschisten  Pläne für große Koalition gegen Faschisten - innenpolitische Krise der sozialistischen Massenstreiks  Oktober 1922: Putschdrohung „Marsch auf Rom“  „Entweder man vertraut uns die Regierungsgewalt an, oder werden sie uns nehmen, indem wir nach Rom marschieren“  König beruft M. zum Ministerpräsident ins Minderheitenkabinett (übergeht damit Parlament) - Amt: Außen- und Innenminister, militärische Ministerien  Besetzung anderer Ämter mit selbst gewählten Persönlichkeiten aus Koalitionsparteien - anschließend inszenierte „Marsch auf Rom“ – Propaganda  Regierungswechsel nicht normal sondern revolutionäres Ausmaß - Erhaltung für 1 Jahr diktatorische Gewalt - 1925: übernimmt Verantwortung für Ermordung des oppositionellen Sozialisten Giacome Mateotti durch Faschisten Aufbau Diktatur (bis Tod M. nur allmählicher Machtausbau) Erlangt absolute Vollmacht - Verbot von sozialistischer Partei und antifaschistischen Organisationen - Geheimpolizei OVRA - Mehrere Attentate auf M. - 1928: Gründung „Faschistischer Großrat“ - 1929: Lateranverträge – Anerkennung zum eigenständigen Staat - Juni 1933: Hitler - Wirtschaftliche Beziehungen mit Dtl. – immer tiefer - Überfall auf Äthiopien 1935/36  Einsatz von Giftgas gegen feindliche Soldaten  mit Eroberung Aussrufung italienische Imperium  Forderung: Vormachtstellung I im Mittelmeerraum - Völkerbund - Bildung Allianz -> Kampf beider gegen Bolschewismus und Sowjetunion - „Achse Rom – Berlin“ -> in Europa soll sich alles darum drehen - Ab 1938: offizielle Verfolgung von antisemitischer Politik - Vermittlung „Münchner Abkommen“ zwischen Dtl. und Westmächten - 1939: Besetzung Albanien - 1940: Kriegserklärung an England + FR  katastrophaler Kriegsverlauf  italienische Heer absolut nicht gerüstet - Oktober: Abschluss „Dreimächtepaks“ Angriff auf Griechenland - 1941: Rückzug aus Äthiopien - 9. Juli 1943: Invasion der Alliierten auf Sizilien - aussichtslose Lage – Krieg scheint verloren  letzter Ausweg: Zentralisierung der gesamten Macht  letzter Versuch – Umbau der Regierung  Austausch vieler Minister gegen neue ( völlig untergebene)  Parallel: erstarken demokratischer und kommunistischer Parteien - 2 Strömungen: Ziel Absetzung M  Teile Faschisten – Regierung unter Dino Grandi ohne M.  Verschiedene gemäßigte liberale Vertreter – totale Absetzung Faschismus - 24./25. Juli: Großrat – faschistische Exekutivorgan – setzte M. ab  einfacher Mehrheitsabschluss (19 : 28 Stimmen)– Rat höchste Instanz des faschistischen Staates  Verhaftung durch König - Hoffnung der Römer: Krieg sei zu Ende  Antifaschisten  Kampfloses Zusammenbrechen des Faschismus in Rom - 1monatiger Geheimverhandlung mit Alliierten (ohne Wissen Dtl.)  3.September: Unterzeichnung der Kapitulation  selber Tag: I versicherte bis ans Ende des Krieges an Seiten Dtl. zu kämpfen  5.September: Dtl. erfährt von Kapitulation  NS – Besatzung in Rom - 12. September: Befreiung SS -> Hitlers Hauptquartier „Wolfschanze“ - 23. September: Gründung M. unter dt. Vorherrschaft in Norditalien „Repubblica Sociale Italiana“ (Republik von Salo)  M. Instrument dt. Besatzungstruppen  Wieder an Macht – I kein richtiger Staat mehr  Neue Judenverfolgung  bis Kriegsende nicht mehr als dt. Marionettenregime - 5.Juni 1944: Befreiung Roms durch Alliierten - 27. April 1945: erfolglose Verhandlungen mit Widerstandsbewegung  Versuch Flucht nach Dtl.  Gefangen von ital. Widerstandskämpfern - 28.April: Erschossen von Partisanen  für italien Krieg und Faschismus beendet Weg zur Diktatur: - Gründung von Milizen für nationale Sicherheit: - Integration der Schlägertrupps - Träger der Staatsgewalt - Schlägertrupps durften ohne rechtliche Folgen schlagen  hoheitliche Rechte - Änderung der Wahlgesetze: - Sicherung der Vorherrschaft der PNF im Parlament - Partei mit meisten Stimmen – 2/3 der Sitze im Parlament - Wahlen April 1924: Sieg - Durchführung von Dekreten mit König (1 Jahr) - Alle Gesetze von M. gemacht. - vom König unterschrieben - Verbot antifaschistischer Zeitungen; Presse - Gleichschaltung der Organisationen im italienischen Staat - Verbot der Oppositionspartei - Verbot von Gewerkschaft und Arbeitgeberverbänden  Gründung „Syndicati“ Probleme auf Weg zur Diktatur: - Wirtschaft - Verbesserung von Arbeitsbedingungen und rechtliche Lage der Arbeiter - Modernisierung Armee - Schaffung von Agrarland - Kirche - 1929: Versöhnung mit Kirche ( Lateranvertrag) - Verzicht Papst auf alle Ansprüche bezüglich des früheren Kirchenstaates - keine Streichung von Feiertagen, Prozession, Religionsunterricht, Finanzen - Staat verlangte Treueid - König: - Viktor Emanuel III. (politische Oberhaupt) - 1928: Errichtung faschistischer Großrat ( 20 Leute) - kritische Zeitungen Inhalt: - erst: Programm identisch mit sozialistischen Partei - linksgerichtet  Befreiung von Bolschewismus  Acht – Stunden –Woche, Mindestlöhne, Versicherungen, Einführung Republik - dann: Faschismus oberhalb des Proletariat und Bürgertum  eines Tages: herrschende Kraft der Nation  Erkämpfung für Großgrundbesitzer alter Rechte - Regierung: Umbildung Squardre zur Sicherheitspolizei, Reform höhere Bildung, Neuordnung öffentliche Verwaltung - Um volle Handlungsgewalt: Versuch politisch konservative Schichten aus Reserve zu locken  verschiedene Maßnahmen: Eingliederung der Wirtschaft in internationalen Markt, Freigabe der Mietpreise, Privatisierung von Telefon, Versicherungsgesellschaften - soziale Konkurrenz durch „totalen Staat“ überwinden - innenpolitische Interessenkonflikte durch imperialistische Expansionspolitik lösen - M: Faschismus bedürfe keinen Grundsätzen, Handeln wichtiger als Philosophie - „korporativer Staat“ – alle haben sich unterzuordnen - Versprechen an Industrie - Versprechen Inflation und Arbeitslosigkeit zu bekämpfen - Propaganda - Eroberungspläne in Nordafrika - Einschränkung Grundrechte - Abschaffung Streikrechts - Verschärfung Pressezensur - Vorrang des Willens vor der Ökonomie - Korporatives Wirtschaftsmodell mit - Nach Produktionszweigen gegliederter Organisation - Parlament ersetzende Plenarorgan („Camera die Fascei e delle Corporazioni“(Kammer der Fasci und der Korporationen)) seit 1938/39 - aus Partei – und Staatsfunktionen gemischten Organ ( „Gran Consiglio del fascismo“ (Faschistischer Großrat)) seit 1922 / 1928 Staatsorgan - M. Ideologie: Erziehung Jugendlicher zur kämpferischen, imperialen Einstellung - Löhne ersten Jahre konstant, öffentliche Investitionen stiegen - ideologische Verherrlichung von Gewalt - Leitende Idee: Großmachtanspruch des antiken römischen Weltreiches Vergleich zum NS – Regime: Gemeinsamkeiten: - Niederlage im 1.WK - ausgesprochene Feindbilder (antisozialistisch, antiliberalistisch, antidemokratisch,...) - gewalttätiger Wille zur Macht - faschistische Rituale (Auftreten, Gruß, Fahne, Führerkult) -> militärische Massenaufstände und Großkundgebungen bestimmten Bild der Diktatur - nicht geschafft, durch Gewaltakt (wirkliche Machtergreifung) an Macht zu kommen ->durch alte Elite - Versprechen Arbeitslosigkeit zu bekämpfen - Verbote - NS: Ermächtigungsgesetz -> Ausschaltung Reichsrat/ Reichstag + Länderparlamente - F: Ausschaltung nicht faschistischer Parteien - Mythos Volksgemeinschaft – kein Platz für Minderheiten - Gemeinsame Pakte: - 1936: Achse Berlin – Rom - 1940: Dreimächtepakt (Japan) Unterschiede: - Antisemitismus: - Italien: nicht besonders ausgeprägt - NS: wesentliches ideologisches Element Rassengedanke, Blut – und Bodenmythologie –tragendes Element der Politik bis zum Ausrottungskrieg gegen minderwertigen slawischen Rassen - F: keine ausgearbeitete Rassenideologie - M: in Partei nicht so uneingeschränkt anerkannt wie H. - „Duce“ + Militär + (Kirche) + König = Herrschaftskompromiss mit alten Eliten - NS- Regime: relativ schnelle Entledigung meisten Bindungen an traditionelle Herrschaftsschichten - NS- Vorherrschaft der Partei gegenüber Staat  völligen Auflösung des Normen- und Institutionengefüges - F: Schaffung Reihe neuer Institutionen  tastete nicht / kaum bestehende Ordnung an - F: früher - H: Macht 10 Jahre später -> WWK - M.: benötigte mehr Zeit, um unumschränkten Führungsanspruch durchzusetzen - H: Versuch Errichtung völkisch geordnetem Rassenstaat - M: Streben nach starken Staat unter Einbindung alter Eliten und skrupellosen, größtenteils traditionelle Macht- und Expansionspolitik - F: Zahlen politischer Opfer weitaus geringer - F: Durchführung mehrerer Kriege (in Lybien, gegen Äthiopien und Griechenland, Albanien) Fazit: - M. prägte Faschismus – Nationalsozialismus nicht ohne Hitler  beide „Erlöser“ gedemütigter Nationen  von Eliten vorerst unterschätzt - M. anfangs Vorbild für Hitler  „Vernichter des Marxismus“  Zuneigung mehr ideologisch als persönlich - Nationalsozialismus in äußeren Erscheinung wie Kopie  paramilitärische Verbände der SA mit Braunhemd – Uniform + gewalttätige Straßenschlachten = Imitation Schwarzhemden  gewalttätige Rhetorik H. = Auffassung M.  H. Putschversuch (9. Nov. 1923) mit inszenierten „Marsch zur Feldherrenhalle“ – „Marsch auf Rom“ - Erste Begegnung: Juni 1934 in Venedig  2 Jahre später: verbünden sich, um ihre Kriege führen zu können - H. weitaus stärker (Siege über FR und Polen) - „Freunde“  H. weihte ihn nur selten in Pläne ein  M. fühlte sich durch H. Alleingänge hintergangen - 1943: von SS – Kommando befreit - „Duce“ geriet in immer größeren Einfluss des dt. Reiches Fazit: - Vorbild für zahlreiche Bewegungen in anderen Staaten - Für Erstarken: bestimmte Voraussetzungen (starken innenpolitische Probleme) - nicht geschafft, durch Gewaltakt (wirkliche Machtergreifung) an Macht zu kommen - Macht durch Hilfe alter Elite
Quellenangaben des Verfassers