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861 Lösungsversuche der sozialen Frage Geschichte 11 13 Punkte (1-) 3454
Kurzbeschreibung
kleiner Überblick versch. Lösungsversuche
Inhalt des Referats
[b]Lösungsversuche der „Sozialen Frage“[/b] Bereits vorrevolutionäre Ansätze: - Unterstützungsmaßnahmen (gegen revolutionäre Gesinnung, für Erhaltung der Arbeitskraft) - Bindung des Arbeiters an Unternehmen durch innerbetriebliche Sozialeinrichtungen  seit 1830er Jahren: Betriebskrankenkassen  seit 1850er Jahren: Alters- oder Pensionskassen der fortschrittliche Liberalismus: - Arbeiter sollte in Staats- und Gesellschaftssystem integriert werden - Vertreter/Wortführer: Hermann Schulze-Delitzsch - Genossenschaftsprinzip = Hilfe zur Selbsthilfe; für Mitverantwortung der Arbeiterschaft:  Konsumvereine für erschwingliche Lebenshaltung der Arbeiter (durch Großeinkauf,  Umgehung des Zwischenhandels und Barzahlungsrabatt)  Produktivassoziationen (=Produktionszusammenschlüsse)  Möglichkeit des Aufstiegs zum  kapitalbesitzenden Kleinunternehmer  Scheitern wegen politischer Niederlage des Bürgertums bei Revolution, Furcht vor sozailrevolutionären Bewegungen von unten, Verschärfung des sozialen Klimas durch wirtschaftliche Konjunkturkrisen  Arbeiterbewegung, seit 1860er Jahren aus gewerkschaftlichem und parteipolitischem Zweig Friedrich Wilhelm Harkort (1793-1880) - Gründer der „Mechanischen Werkstätten“ in Wetter an der Ruhr - Errichtete u.a. Sparkassen  Sicherung des Grunderwerbs  Erwerb eines Reiheneigenheims - Bildungssystem vom Kindergarten bis zur Erwachsenen-Fortbildung Alfred Krupp (1812-1887) - Gründer einer der ersten Betriebskrankenkassen (1836)  zunächst freiwillig, Finanzierung durch Mitgliedsbeiträge, freiwillige Zuwendung des Firmeninhabers, Strafgelder aus Verstößen gegen Betriebsordnung  seit 1853 Sterbegelder an Hinterbliebene  ab 1855 Beitrittspflicht für Werksangehörige  1858 Vorbild für spätere gesetzliche Krankenversicherung (Firma zahlt 50% der Mitgliedsbeiträge) - 1858 Arbeiterpensionskasse  Anspruchsberechtigung ab 15 oder 20 Jahre Betriebszugehörigkeit, Absicherung im Falle eines Betriebsunfalls  Witwen erhielten 2/3 der Rentenbezüge der verstorbenen Männer - „Gemeinschaft der Kruppianer“  hohe Löhne, Beschäftigung auch in Krisenzeiten - Aufbau einer Konsumgenossenschaft für Lebensmittelversorgung und Herstellung von Bekleidung) - Anfang der 1860er Jahre:Bau von Werkswohnungen (bis 1874 über 3200 firmeneigene Familienwohnungen) - ABER: keine Selbstbestimmung der Arbeiter  durften keine gewerkschaftliche oder sozialdemokratische Betätigung ausüben, keine sozialdemokratische Zeitung lesen Lösungsversuche der Kirche: - kritische Einstellung gegenüber der Industrialisierung - Wiederherstellung der christlich-ständischen Gesellschaftsordnung - Vertreter: Adam Heinrich Müller (1779-1829) Franz von Baader (1765-1841)  Arbeiter = „Prolétaire“  Ähnliche Gedanken wie später Karl Marx  Maschine = Quelle der Massenarbeitslosigkeit  Steigerung der Arbeiterzahl und Produktivität bewirkt Akkumulation (Abschwächung) des Reichtums bei immer weniger Menschen  Ursache des Übelstandes: ungleiches Kräfteverhältnis zwischen vermögenslosen und besitzenden Schichten  Arbeiter sollen Interessen vertreten, Recht des Zusammenschlusses (Koalitionsrecht) und Aufstellung von „Spruchmännern“, Petitions- und Beschwerderecht für Arbeiter  Einfluss der Kirche durch Priester, die Delegierten zur Seite stehen - antikirchliche und antireligiöse Tendenzen der frühen Sozialisten /Arbeiter evangelische Kirche - Johann Heinrich Wichern (1808-1881) = Repräsentant eines „praktischen Christentums der Gesinnung und der Tat“  1833 Gründung des „Rauhe-Haus“ in Hamburg-Horn (Erziehungsheim für verwahrloste Jugendliche)  Konzept der „inneren Mission“ – Vorstellung auf 1.evangelischem Kirchen in Wittenberg (1848)  Modell für moderne Diakonie und kirchliche Sozialarbeit  Pauperismus wegen unverschuldeter, überindividueller Wirtschaftsbedingungen = Abwendung von Gott  Innere Evangelisation vor politisch-soziale Reformen Katholische Kirche - Freiherr von Ketteler (1864 „Die Arbeiterfrage und das Christentum“)  Rückbesinnung auf christliche Morallehre und Ausbau des Genossenschaftswesens als Hilfe zur Selbsthilfe  Weg zu nichtrevolutionärer Konfliktregelung  Bejahte 1869 gewerkschaftliche Arbeiterbewegung und Streik als Mittel des Arbeitskampfes  Forderung von überwachter Arbeiterschutzpolitik und Sozialgesetzgebung (Begrenzung und Eindämmung der Kinderarbeit, gesetzliche Regelung der Arbeitszeit, Sonntag als arbeitsfreier Tag, Schließung gesundheitsgefährdender Betriebe) - 1891 Sozialenzyklika Rerum Novarum von Papst Leo XIII:  soziale Gegensätze als Folge wirtschaftlicher, technischer und sozialer Wandlungsprozesse  Aufgabe des Christentums: Verpflichtung zu gegenseitiger Gerechtigkeit lehren  Lohn über das Existenzminimum hinaus  Pflicht zur Arbeitserfüllung, Gewaltfreiheit im Arbeitskampf, Recht zur Wahrnehmung der Interessen  Rolle des Arbeiters beim Zustandekommen der Volkswohlfahrt herausgestellt  Verantwortung des Staates zu einer aktiven Sozialpolitik  Dennoch keine Zurückgewinnung der Arbeiter
Quellenangaben des Verfassers
keine Angaben