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2051 Mobbing Sozialkunde 12 1 3559
Kurzbeschreibung
Das Problem "Mobbing" in unserer Zeit
Inhalt des Referats
Mobbing – das ist wohl ein Schlagwort, dass wir alle kennen. Aber kaum einer ist sich bewusst, welche Folgen die Menschen dadurch davontragen oder welche Lösungsmöglichkeiten es gibt. Darum werde ich euch heute etwas darüber erzählen.
• Was ist Mobbing eigentlich?
• Wann, in welchen Situationen wird gemobbt?
• Die 4 Phasen des Mobbings
• Wie Mobbing zum Gericht führen kann
• Und welche Lösungsmöglichkeiten uns das Netzwerk der BGF vorstellt, die Qualitätskriterien und Erfolge.


Seit Beginn der 90er Jahre werden in den Medien des deutschsprachigen Raumes unter „Mobbing“ und ähnlichen Schlagwörtern Menschen beschrieben, die an ihren Arbeitsplätzen Schikanen ihrer Kollegen / Vorgesetzten ausgesetzt sind. In Schweden wurde diese Thematik erstmals wissenschaftlich erforscht und mit einem Namen versehen. Mit der Formulierung „Mobbing am Arbeitsplatz“ ist eine Situation gekennzeichnet worden, in der einzelne Mitarbeiter eines Betriebes systematisch und während längerer Zeit von Betriebsangehörigen attackiert werden. Durch die angespannte, soziale Situation führte Mobbing zu Krankheiten und, was meistens erreicht werden möchte, zu Kündigungen. In Deutschland gibt es Erhebungen die belegen, dass 1,5 Millionen Berufstätige systematisch gemobbt werden. In Österreich spricht man davon, dass jede neunte Person betroffen ist. Mobbing wurde aufgrund der großen Auswirkungen in den letzten Jahren intensiv erforscht und es wird versucht, mit verschiedenen Methoden die Anzahl der Oper zu verringern.


Aber, wann wird eigentlich gemobbt? Es gibt viele Motive für Mobbing. Eine Statistik besagt, dass ganz 60,1% (56,0% Frauen und 66,4% Männer) gemobbt wurden, weil sie unerwünschte Kritik geäußert hatten. Neid unter den Mitarbeitern ist das zweithäufigste Motiv. Da der Vorgesetzte am längeren Hebel sitzt und das nicht nur selten ausnützt, gibt es auch hier Spannungen und die Mitarbeiter der unteren Hierarchieebene werden gemobbt. Fast immer ist der Ausgangspunkt dieser, dass einfach ein Sündenbock gesucht wird. Viele Opfer hatten aber auch eine höhere Stellung im Betrieb und wurden gemobbt, damit der Täter ungehindert den Arbeitsbereich des Opfers übernehmen konnte. Ein immer wieder auftretender Grund ist auch, dass die Arbeit angeblich unzureichend gewesen sei, was aber natürlich oft nur eine Ausrede ist.


Im eigentlichen kann man sagen, dass es 4 Phasen des Mobbings gibt. In der 1. Phase wird ein Sündenbock gesucht (es wird durch ungezielte Angriffe versucht, ein Opfer zu finden). Für den Betroffenen ist es wichtig, schon bei kleinen Konflikten immer die Aussprache zu suchen, um eventuell schlimmeres vermeiden zu können. Kommt es zu keiner Bereinigung des Konfliktes, fängt die 2. Phase an. Es kommt zu ersten Übergriffen: Niedermachen der Person, Isolierung des Kollegen, Verweigerung der Unterstützung etc. Dadurch verliert der Betroffene an Selbstbewusstsein, wird krank (Schlafstörungen, Bluthochdruck, Herzschmerzen, größerer Anfälligkeit für Tumore, Magenschmerzen etc.). Dem Oper wird hier eine Therapie empfohlen. In der 3. Phase beginnt der Gemobbte, Rechtsansprüche zu stellen. Es kommt zu Fehlzeiten und Abmahnungen. In der 4. Phase kündigt er oder er wird gekündigt.


Mobbing kann auch auf das Gericht gehen, eine Straftat werden. Generell kann man sagen, dass aber nicht nur das Opfer sondern auch der Betrieb selbst leidet. Betriebswirtschaftlichen Kosten  durch Fehlzeiten, Fluktuationen, Minderleistung der Gemobbten etc. sehr hoch. Es wurde herausgefunden, dass vor allem der Dienstleistungsbereich davon betroffen ist, weil hier „die Mitarbeiter eng zusammen arbeiten“. Außerdem ist das Mobbingrisiko für Frauen um 75% höher, da sie oft in ungesicherten Arbeitsverhältnissen und nur in bestimmten Positionen arbeiten. Wichtig ist, dass die Vorgesetzten bei Einstellung von neuem Personal darauf achten, dass die Person in das Team passt. Ansonsten besteht ein umso größeres Risiko. Immer häufiger kommt es vor, dass die Geschädigten vor dem Arbeitsgericht klagen: Kündigungen rückgängig machen, eine Abfindung kassieren und, sollte der Vorgesetzte der oder ein Täter gewesen sein, Schmerzensgeld.




Was kann man nun gegen Mobbing tun, wie kann man es vermeiden? Wir haben schon einmal über BGF, die betriebswirtschaftliche Gesundheitsförderung, gehört. Dies ist ein Netzwerk dass durch Tipps und Anregungen Hilfestellungen für ein gutes Wohlbefinden und Gesundheit am Arbeitsplatz bietet. Sie umfasst alle gemeinsamen Maßnahmen, von Arbeitgebern/nehmern und Gesellschaft die für diese Verbesserung notwendig sind. Es soll, kurz gesagt, ein menschengerechter Arbeitsplatz geschaffen werden. Die Organisation im Betrieb ist sehr wichtig, daher sieht ein BGF-Projekt so aus: Es gibt eine Steuerungsgruppe die plant; eine Ist-Analyse wobei die Mitarbeiter befragt, Gespräche geführt würden und die Krankenstände analysiert werden; 3. treffen sich Gesundheitszirkel um Verbesserungsvorschläge zu liefern und es werden die Maßnahmen zu Verhalten / Aktivitäten etc. festgesetzt. Zum Schluss wird der Erfolg des Projektes gemessen.


Die Qualitätskriterien des BGF gliedern sich in 6 Bereiche, und helfen denjenigen, die die Entscheidungen zu treffen haben, ein Bild von der Qualität ihrer betrieblichen Gesundheitsförderung zu bekommen. Einige davon sind: Die Unternehmenspolitik (BGF muss als Führungsaufgabe auch wahrgenommen werden), das Personalwesen und die Arbeitsorganisation (die Fähigkeiten der Mitarbeiter sollen bei der Arbeitsgestaltung berücksichtigt werden), Planung (man benötigt ein klares Konzept), Umsetzung (die Maßnahmen zur gesundheitsgerechten Arbeitsgestaltung müssen dauerhaft umgesetzt werden) der betriebswirtschaftlichen Gesundheitsförderung und zum Schluss noch die Erfolgsmessung (z.B. im Bereich der Kundenzufriedenheit)


Bei dieser Messung des Erfolges gibt es aber einige Punkte, die bewertet werden müssen:
- Welche Ergebnisse wurden erzielt? (z.B. die Verbesserungen, wirklich notwendig waren)
- Wurden Prozesse zur Erreichung des Zieles eingeführt? (z.B. wurde Routine eingeführt im Bezug auf die Vermeidung von gesundheitlichen Gefahren?)
- Haben wir strukturelle Verbesserungen erreicht? (z.B. im Umgang mit Chemie)
- Wurden Anforderungen an die Gesundheitsförderung erfüllt? (z.B. eine ausgewogene Mischung aus Verhältnis- und Verhaltensprävention, d.h. z.B. ein Arbeitsprozess wurde gesundheitsförderlicher gestaltet durch neue und bequemere Stühle)
Am leichtesten kann der Erfolg durch Fragebögen an Mitarbeiter gemessen werden, die dann ihre Meinung zu Verbesserungen in verschiedenen Themenbereichen erfragen.
Man sieht also, dass hinter Mobbing einiges steckt, was wir uns nicht vorgestellt hätten. Mobbt am besten nie jemanden, auch nicht aus triftigen Gründen, denn jeder kann das Oper sein. Danke für eure Aufmerksamkeit.
Quellenangaben des Verfassers